„Es tut niemandem weh, nett zu sein“ – Queeres Storytelling an der Rupert-Neudeck-Gesamtschule

Am Freitag, den 10.07.26, fand an der Rupert-Neudeck-Gesamtschule die Veranstaltung „Queeres Storytelling“ statt. Anlässlich des Christopher-Street-Day lud die Schule David Nethen und sein Team vom „Kreis Queersen“ dazu ein, sich den Fragen der Schülerinnen und Schüler aus den Jahrgängen 8 bis Q1 zu stellen.
Was nach den Begrüßungsworten von Bürgermeister Kevin Schagen folgte, war nicht einfach nur ein simples Frage-Antwort-Spiel, sondern ein hochemotionales Erlebnis der besonderen Art.
David Nethen, Janine Theisen und Patrick Schnäbler sorgten bei ihren Zuhörer*innen für offene Münder und gebanntes Schweigen, dazwischen gab es immer wieder Applaus für die umwerfend ehrliche und mutige Darstellung auf der Bühne.
Moderiert von Maria Monteleone und Nikolaos Roumeliotis aus der Schüler*innenvertretung gab es eine spannende Gesprächsrunde, bei der die zuvor gesammelten Fragen aus der Schüler*innenschaft ebenso unzensiert und direkt, wie sie anonym gestellt worden waren, auch von den Gästen beantwortet wurden („Wie wird man gay?“ – „Man wird es nicht, man IST es.“)u
Neben vielen humorvollen Anekdoten erfuhren die Schüler*innen ebenso, mit wie viel Gewalt und Hass ein queerer Mensch nach dem Outing konfrontiert ist („Wenn Freunde ein Problem mit dir haben, sind es wohl keine Freunde.“).
Themen wie Homophobie, HIV, Scham und Suizid kamen ehrlich zur Sprache.
Während der Veranstaltung herrschte ein durchweg respektvolles, angenehmes Klima im Raum, der Mut und die Offenheit der Gäste beeindruckte das Publikum stark. Auf die Frage, wie man sich outen und wo man Hilfe erhalten könnte, präsentierten die Mitglieder des Kreis Queersen gleich mehrere Anlaufstellen – nicht nur der Verein Kreis Queersen e.V. unterstützt Menschen auf ihrem Weg, auch das zuständige Jugendamt oder Lehrkräfte des Vertrauens sind geeignete Ansprechpartner*innen
Zuletzt gab es noch eine herzliche Einladung, an der CSD-Veranstaltung in St.Tönis am Folgetag teilzunehmen.
Ein Zitat aus der Veranstaltung eignet sich hervorragend als Schlusswort: „Es tut niemandem weh, nett zu sein. Warum können wir nicht einfach alle an einem Strang ziehen?“