Presse 2017

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Presse 2017 2017-12-14T09:22:49+00:00
„Gute Schule 2020“: Geld fließt in die Datenautobahn
Dezember 2017
Etwas mehr als 1,38 Millionen sind es, die die Stadt Tönisvorst aus dem Landesprogramm „Gute Schule 2020“ abrufen kann. Im Ausschuss für Wirtschaftsförderung, Stadtmarketing, Gebäudemanagement und Liegenschaften schlossen die Politiker sich dem Votum des Schul- und Kulturausschusses an und stimmten ebenfalls dafür, dass das Geld für schnelle Datenautobahnen in den Schulen ausgegeben werden soll. Aber auch der Brandschutz soll aus dem Fördertopf finanziert werden. Von Stephanie Wickerath

„Digitale Infrastruktur“ heißt das Gebiet, auf dem die Tönisvorster Schulen Nachholbedarf haben. Der Zeitplan steht bereits. 2018 beginnt der digitale Ausbau an den Grundschulen Schulstraße und Corneliusstraße in St. Tönis. 2019 folgen die Grundschulen Hülser Straße St. Tönis und die Vorster Grundschule. Das Schulzentrum, in dem das Michael-Ende-Gymnasium und Teile der Rupert-Neudeck-Gesamtschule untergebracht sind, soll 2020 verkabelt und vernetzt werden, ebenso das Schulgebäude Kirchenfeld, in dem die Jahrgänge acht bis zehn der Gesamtschule unterrichtet werden.

„Die Reihenfolge ist sinnvoll, weil wir die Arbeiten zum Brandschutz im Schulzentrum dann mit dem digitalen Ausbau verbinden können“, erklärt Marcus Beyer, Fachbereichsleiter Gebäudemanagement, im Ausschuss. Zunächst will die Stadt ihre Schulgebäude an leistungsfähiges Breitband anschließen. Teilweise ist das bereits geschehen. Dann werden Glasfaserleitungen mit Geschwindigkeiten von 200 bis 1000 Mbits gelegt. Und damit die Daten auch innerhalb der Schule vernetzt sind, gibt es die entsprechende Netzwerkausstattung. Schließlich bekommt jede Schule einen Server als zentralen Speicherplatz. Alle Unterrichtsräume werden außerdem mit WLAN ausgestattet.

Die Kosten für diese Hardware scheinen den Politikern allerdings zu hoch gegriffen. „Wir können dem Beschluss bei dieser Kostenauflistung nicht zustimmen“, sagt Dr. Michael Horst (SPD), „die Preise sind total überteuert.“ Marcus Beyer erklärt, die Stadt sei verpflichtet, die Produkte, die das Kommunale Rechenzentrum Niederrhein (KRZN) vorgeschlagen hat, zu übernehmen. Horst beharrte darauf, dass die Stadt die Produkte in der Niederschrift genau spezifiziert, damit die Preise überprüft werden können.

Sorge bereiten den Politikern die Installation – die CDU-Fraktion will einen neuen Mitarbeiter in der Stadtverwaltung, der nur für die IT-Betreuung zuständig ist – und die Endgeräte. Für Tablets, Laptops oder Ähnliches reicht das Geld aus dem Landesprogramm nämlich nicht. „Es ist noch nicht klar, ob die Stadt den Schülern und Lehrern Geräte zur Verfügung stellt, oder ob die Nutzer ihre eigenen Endgeräte mitbringen“, so Beyer.

Quelle: RP
Farbkleckse statt Soßenflecken
Dezember 2017
Tönisvorst: Farbkleckse statt Soßenflecken
Nach dem Wasserschaden besichtigten Mitglieder des Wirtschafts- und Liegenschaftsausschusses im November 2014 die damals nicht mehr nutzbare Mensa im Schulzentrum. FOTO: WOLFGANG KAISER
Für den Kunstunterricht will die Stadt die ehemalige Mensa im Schulzentrum Corneliusfeld herrichten. Einigen Politikern ist das Risiko zu hoch. In dem Kellerraum gab es bereits mehrfach Probleme mit eindringendem Wasser. Von Stephanie Wickerath

Fast drei Jahre stand er leer, der Kellerraum im Schulzentrum Corneliusfeld, der zunächst ein Lagerraum war, dann zur Mensa umgebaut wurde und wegen eines Wasserschadens und damit verbundener Schimmelbildung im Dezember 2014 gesperrt werden musste. Weil es im Schulzentrum aber Raumnot gibt, hat die Stadt gemeinsam mit den Schulleitungen beschlossen, aus dem 220 Quadratmeter großen Kellerraum mit den bodentiefen Fenstern und dem Atrium davor zwei Kunsträume zu machen.

Das Michael-Ende-Gymnasium würde die Räume gerne nutzen. Der bisherige Kunstraum des Gymnasiums soll der Rupert-Neudeck-Gesamtschule zur Verfügung gestellt werden. Zwei dringend benötigte Klassenräume und ein Differenzierungsraum könnten dort untergebracht werden. Die Politiker im Ausschuss für Wirtschaftsförderung, Stadtmarketing, Gebäudemanagement und Liegenschaften sind jedoch skeptisch. „Ist es sicher, dass keine Keime mehr im Raum sind?“, fragt Heinz Michael Horst (SPD), „schließlich ist lange Zeit Schmutzwasser von der Spülmaschine in den Estrich gelaufen und hat Boden und Wände angegriffen.“

Auch die Vertreter der Grünen haben Bedenken ob des Vorhabens, wie Roland Gobbers ausführt: „Der Kellerraum stellt schon länger ein Problem dar, auch wegen des von außen eindringenden Regenwassers. Ist es wirklich sinnvoll, nochmal so viel Geld dort zu investieren?“ Tatsächlich liegen die Kosten alleine für die Umgestaltung der ehemaligen Mensa bei 118.000 Euro. Für die Umgestaltung des Kunstraums zu Klassenräumen kommen nochmal 36.000 hinzu. „Wir sollten das Geld lieber in einen möglichen Anbau investieren, den wir sowieso früher oder später für das Schulzentrum brauchen“, schlägt Horst vor.

Marcus Beyer vom Fachbereich Gebäudemanagement versichert den Politikern, der Raum sei wieder bedenkenlos nutzbar. „Der Estrich ist raus, der Schimmel ist weg, die Raumluft weist keine Keime mehr auf. Es gibt neue Abdichtungen und der neue Boden soll aus Asphalt gegossen werden.“ Das sei absolut wasserdicht und sehr wiederstandfähig. Allerdings, das gibt auch Beyer zu, könne man nicht ausschließen, dass bei Starkregen Niederschlagswasser von außen eindringe, obwohl es Pumpen gebe, die anspringen, sobald das Grundwasser steigt.

Christian Rütten (CDU) spricht sich deutlich für die Nutzung des Kellerraums aus. „Das Gymnasium hat dem Plan zugestimmt. Es spricht nichts dagegen, die ehemalige Mensa für den Kunstunterricht zu nutzen.“ Über die hohen Kosten für den Boden könne man nochmal sprechen, aber: „Die Räume werden von den Schulen gebraucht. Wir sollten die Entscheidung für den Umbau nicht zu lange schieben“, appelliert Rütten an Ausschussmitglieder. Gegen die Stimmen der SPD-Fraktion und Grünen spricht sich die Mehrheit aus CDU, UWT und FDP schließlich dafür aus, dass das Gymnasium im Keller zwei neue Kunsträume bekommt und die Gesamtschule zwei neuen Klassenräume und einen Differenzierungsraum im bisherigen Kunstraum der Nachbarschule. Das Geld in Höhe von insgesamt 154.000 Euro soll auf Wunsch der Politiker noch in den Haushalt 2018 eingestellt werden. Umgebaut sollen die Räume erst in den Sommerferien 2018.

Am 6. Februar 2018 ist die nächste Sitzung des Ausschusses für Wirtschaftsförderung, Stadtmarketing, Gebäudemanagement und Liegenschaften. Dann soll die Verwaltung auf Antrag der SPD-Fraktion das „Gesamtkonzept Spezialimmobilien“ vorlegen, das aufzeigen soll, wie groß die Raumnot in den Schulen und Verwaltungsgebäuden ist und welche Pläne es dafür gibt.

Quelle: RP
Adventszauber: Werbering lädt nach St. Tönis ein
Dezember 2017
Am zweiten Adventswochenende (9. und 10. Dezember) taucht der Werbering die St. Töniser Innenstadt in eine glitzernde, bunte Weihnachtswelt. Neben vielen festlich geschmückten Verkaufs- und Bewirtungshütten gibt es beim „Adventzauber“ in diesem Jahr viele neue Akteure, die der Werbering St.Tönis bei den Vorbereitungen gewinnen konnte. So nehmen mehrere St.Töniser Schulen teil und gestalten ein buntes und kurzweiliges Rahmenprogramm. Auf dem Rathausplatz sorgen ein Gospelchor und eine Schulband für die musikalische Untermalung, ein Krippenspiel erinnert an die eigentliche Bedeutung des Weihnachtsfestes.

Das Tönisvorster Kaspertheater Zipfelmütze unterhält die kleinen Besucher mit Puppentheater in den Räumlichkeiten des Heimatbundes an der Antoniusstraße. Für glänzende Kinderaugen wird ebenfalls der Nikolaus sorgen, der an beiden Tagen seine kleinen Schokoladenbrüder verteilt, aber auch Wunschzettel entgegennimmt. Die „Autoren“ der drei kreativsten und besinnlichsten Briefe werden vom Werbering mit einem Einkaufsgutschein belohnt. Das Kinderkarussell fehlt an dem Wochenende genauso wenig wie der verkaufsoffene Sonntag.

Die Programmpunkte im Detail: Freitag, 8. Dezember, ab 18 Uhr Rathausplatz: Anglüh´n. Samstag, 9. Dezember, 14-15 Uhr, Rathausplatz, Bühnenprogramm der Rupert-Neudeck-Gesamtschule, 15-15.30 Uhr Heimathaus Antoniusstraße: Theatergruppe. 16-17 Uhr, Bühnenprogramm der Rupert-Neudeck-Gesamtschule. 17-18 Uhr, Band „The Internationals“ des Michael-Ende-Gymnasiums. 17-17.30 Uhr, Heimathaus Antoniusstraße: Theatergruppe. Sonntag, 10. Dezember, 14-15 Uhr, Chor der Gemeinschaftsgrundschule Hülser Straße. 16-17 Uhr, Krippenspiel der Katholischen Grundschule.

Quelle: RP

Zu wenig Räume im Schulzentrum

November 2017

Die Bezirksregierung empfiehlt einen Erweiterungsbau im Corneliusfeld. Die Stadt soll nun ein Konzept erarbeiten.

 Die Bezirksregierung empfiehlt einen Erweiterungsbau im Corneliusfeld. Die Stadt soll nun ein Konzept erarbeiten.

Das Schulzentrum Corneliusfeld ist zu klein geworden. Bis Mitte 2019 muss eine Lösung dieses Problems gefunden werden. Archiv

„Diffus“, „nicht konkret genug“ – die Schulpolitiker reihum zeigten sich jetzt im zuständigen Fachausschuss ziemlich enttäuscht. Dabei lag ihnen ein Kompromiss-Papier vor – belastbares Zahlenmaterial, mit dem Michel-Ende-Gymnasium (MEG), Rupert-Neudeck-Gesamtschule (RNG) und Verwaltung ihre zuletzt deutlichen Differenzen in der Bedarfsrechnung „Wie viele Klassen- und Fachräume benötigen wir bis 2026/27?“ beigelegt hatten.

Thomas Dudda von der Bezirksregierung Düsseldorf, zuständig für Gymnasien im Kreis Viersen, hatte moderierend mit am Tisch gesessen. Das Fazit der Standort-Analyse von Schulzentrum Corneliusfeld und Kirchenfeld liest sich in der Stellungnahme der schulfachlichen Vertreter so: Ab dem Schuljahr 2019/20, also mit Eintritt der RNG in die gymnasiale Oberstufe, „besteht für die folgenden vier Schuljahre ein deutlicher Raummangel, bedingt durch starke Oberstufenjahrgänge am MEG“. Für das Schulzentrum insgesamt ergebe sich langfristig ein dauerhafter „erheblicher Raummangel von sechs Klassenräumen“.

Wohncontainer auf dem Schulhof ist keine Dauerlösung

Der provisorische Container auf dem Schulhof (sechs Räume) sei keine Dauerlösung. Bemängelt werden die „fehlende Anbindung an das pädagogische Netz“ und „höchst problematische“ akustische Bedingungen für einen Unterricht im Klassenverband.

Empfehlung aus Düsseldorf: mittelfristiger Abbau der Container, Modernisierung des naturwissenschaftlichen Traktes des MEG und – Kernaussage: „Errichtung eines Erweiterungsbaus“.

Die Tönisvorster Stadtverwaltung hat dazu Stellung genommen: „Auf den Container kann derzeit nicht verzichtet werden. Ein mittelfristiger Ersatz durch einen Erweiterungs-/Neubau muss im Zusammenhang mit dem Zustand der naturwissenschaftlichen Fachräume gesehen werden. Aus wirtschaftlichen Erwägungen würde es hier eher Sinn machen, in einem Erweiterungsbau neue, heutigen Standards entsprechende Räume zu schaffen und die nicht mehr zeitgemäßen Fachräume in Klassenräume umzubauen.“

Damit war nach Ansicht von Bürgermeister Thomas Goßen der politische Auftrag aus einem vorherigen Schulausschuss abgearbeitet. Den Schulausschussmitgliedern allerdings war diese Vorlage nicht genug. Sie vermissten konkrete Aussagen zu: Was bauen wir aus, was neu? Was kostet es und wann setzen wir es um?

Christa Voßdahls forderte im Namen der SPD-Fraktion eine Prioritätenliste aller baulichen Anforderungen unter Einbeziehung aller Spezialimmobilien in der Stadt – also sämtlicher Schulen, Verwaltungsgebäude, Flüchtlingsunterkünfte etc. Helge Schwarz: „Unser Wunsch ist ein Gesamtkonzept für alle Schulen. Wir wollen nicht, dass uns die Luft ausgeht.“ Wolfgang Folz, stellvertretender Schulleiter des MEG, sprach noch einmal den bereits für 2019 festgestellten „deutlichen Raummangel“ an. „Mitte 2019 müssten schon tragfähige Lösungen da sein.“

Der Schulausschuss beauftragte schließlich die Verwaltung einstimmig, eine Konzeption für gegebenenfalls erforderliche Baumaßnahem im Schulzentrum zu entwickeln, einschließlich eines Zeitplans und in Abstimmung mit den Schulleitungen.

Deutlich weniger Schüler essen in der Mensa
November 2017
„Ich bin erschrocken über den massiven Rückgang der Essensbestellungen“, sagt Christa Voßdahls (SPD) angesichts der aktuellen Zahlen, die die Verwaltung den Politikern im Schulausschuss vorlegte. Demnach sind im Schuljahr 2016/17 nur rund 80 Essen pro Tag ausgegeben worden. Im Jahr davor waren es noch fast 100. Während die Zahl der Gymnasiasten, die mittags die Mensa im Schulzentrum Corneliusfeld besuchen, nur leicht gesunken ist, ist die Zahl der Gesamtschüler, die mittags ein warmes Essen zu sich nehmen, deutlich zurückgegangen – und das, obwohl die Gesamtschule eine Ganztagsschule ist.

Verwaltung und Schulleitungen führen den Rückgang darauf zurück, dass die Qualität des Essens sich verschlechtert habe und es nicht mehr möglich sei, am Tag selbst ein Essen zu bestellen, beziehungsweise abzubestellen. Andreas Kaiser, Leiter der Rupert-Neudeck-Gesamtschule, weist außerdem darauf hin, dass der mit sechs Klassen ungewöhnlich große jetzige Jahrgang 9 seit 2016/17 nicht mehr im Schulzentrum unterrichtet werde, sondern im Kirchenfeld untergebracht ist. „Dadurch haben wir zwei Klassen, also 50 Kinder, weniger im Corneliusfeld“, sagt Kaiser.

Ob es denn nicht mehr zum Schulkonzept gehöre, dass die Unterstufen gemeinsam mit den Klassenlehrern mittags in der Mensa essen gehen?, fragt Sabine Zeuner (CDU). Andreas Kaiser, erst seit einem Jahr Schulleiter, kennt diese Regelung nicht. „Was?“, empört sich Hans Joachim Kremser (SPD), „wir haben viel Geld in diese Mensa gesteckt, weil es hieß, es gehöre zum Schulkonzept, dass die Klassen fünf und sechs mittags gemeinsam essen gehen, und jetzt erfahren wir, dass das Konzept nicht mehr existiert?“

Die Ausschussvorsitzende Angelika Hamacher (CDU) gibt Schulleiter Kaiser die Idee des gemeinsamen Essens im Klassenverband für die Unterstufe mit auf den Weg. „Die fünften und sechsten Klassen ihrer Schule waren als feste Mensa-Kunden eingeplant, deshalb ist die Mensa so konzipiert“, sagt Hamacher. Bürgermeister Thomas Goßen wünscht sich Impulse von den Schulen, die dazu führen, dass die Mensa besser ausgelastet ist. „Wir sind immer gesprächsbereit und offen für Veränderungen“, betont der Bürgermeister.

(wic)
Neubau für das Schulzentrum?
November 2017
Tönisvorst: Neubau für das Schulzentrum?
Das Schulzentrum platzt bald aus allen Nähten. Denn die neue Rupert-Neudeck-Gesamtschule hat eine Oberstufe, und das Michael-Ende-Gymnasium kehrt zu G9 zurück, womit es Platz für einen zusätzlichen Jahrgang braucht. FOTO: Kaiser
Die Verwaltung schlägt vor, das Schulzentrum Corneliusfeld zu erweitern. Im Neubau sollen moderne Fachräume untergebracht werden. Die bisherigen Fachräume könnten in Klassenräume umgewandelt werden. Von Stephanie Wickerath

Es wird eng im Schulzentrum Corneliusfeld. Die Sekundarschule ist zur Rupert-Neudeck-Gesamtschule umgewandelt worden und braucht Klassen- und Fachräume für ihre Oberstufe. Das Michael-Ende-Gymnasium kehrt zurück zum Abitur nach neun Jahren (G9) und braucht Platz für einen Jahrgang mehr. Gemeinsam mit der Bezirksregierung haben Verwaltung und Schulleitungen deshalb ein neues Raumkonzept erstellt.

Bei der jüngsten Sitzung des Schul- und Kulturausschusses stand das Konzept auf der Tagesordnung. Demnach soll es einen Erweiterungsbau am Schulzentrum Corneliusfeld geben, in dem neue, moderne Fachräume untergebracht werden. Die vorhandenen Fachräume sollen in Klassenräume umgewandelt werden. Davon gibt es nämlich bald neun zu wenig im Schulzentrum. Auch die ehemalige Mensa im Erdgeschoss, die wegen eines Wasserschadens vor zwei Jahren geschlossen werden musste, wird ins Raumkonzept aufgenommen. Dort sollen zwei Kunsträume untergebracht werden. Die Kunsträume wiederum könnte die Gesamtschule dann anderweitig nutzen.

Auch die Container auf der Wiese sollen weg. Sie seien als Unterrichtsräume ungeeignet, heißt es im Konzept. Zurzeit nutzt das Gymnasium zwei Containerräume für den Unterricht, zwei Räume stehen den Willkommensklassen für jugendliche Flüchtlinge zur Verfügung, und zwei weitere Räume werden für die Übermittagsbetreuung der beiden Schulen gebraucht. Werden die Container abgebaut, fehlen weitere sechs Räume im Schulzentrum, unterm Strich gibt es als also 15 Räume zu wenig im Schulzentrum Corneliusfeld.

Das Schulgebäude Kirchenfeld, in dem die Gesamtschule ihre Dependance hat, wird auch auf lange Sicht gebraucht und ist eine feste Größe im Raumkonzept. Die vorhandenen Klassen- und Fachräume seien für die Stufen acht bis zehn, die dort unterrichtet werden, ausreichend, heißt es im Konzept. Eine Erweiterung ist dort nicht nötig. Die Politiker im Schulausschuss vermissen eine Kostenaufstellung. Die SPD-Fraktion schlägt deshalb vor, sich dem Beschluss des Wirtschaftsausschusses anzuschließen und die Verwaltung damit zu beauftragen, bis März 2018 ein Gesamtkonzept zum Thema städtische Immobilien vorzulegen.

Wie werden die Verwaltungsgebäude künftig genutzt? Welche Räume fehlen in welchem Schulgebäude? Wo werden die Flüchtlinge untergebracht? „In dieser Gesamtkonzeption soll ein begründeter und konkreter Lösungsvorschlag der Verwaltung zu den Fragen der vorgeschlagenen zukünftigen Unterbringung der Stadtverwaltung, der Rupert-Neudeck-Gesamtschule und des Michael-Ende-Gymnasiums unter Abwägung denkbarer Alternativen enthalten sein“, lautet der Beschluss vom Oktober. Der Schulabschluss schließt sich dem einstimmig an und beauftragt die Verwaltung außerdem, ein Konzept für die Baumaßnahmen im Schulzentrum mit Kostenauflistung und Zeitplan vorzulegen.

„Die Zahlen sind da, wir müssen jetzt zusammen überlegen, was wir machen, und nicht wieder Räumchen von hier nach da schieben“, sagt Hans Joachim Kremser, SPD. Sabine Zeuner, CDU, vermisst vor dem Hintergrund, dass bereits im Schuljahr 2019/20 Räume fehlen, konkrete Lösungen. Schulrat Thomas Dudda von der Bezirksregierung weist darauf hin, dass jetzt aufgrund des vorliegenden Papiers weitere Schritte gegangen werden müssen. „Die Vorlage zeigt, was zu tun ist“, sagt Dudda. Es fehlten etliche Räume und Container seien keine Lösung. Sobald geklärt sei, wer zahlt, müsse es weitergehen.

Die Verwaltung geht davon aus, dass das Land in der Finanzierungspflicht steht.

Quelle: RP
Premiere im Schauspielhaus Düsseldorf
November 2017
Eine gelungene Premiere erlebte der Wahlpflichtkurs Darstellen und Gestalten des achten Jahrgangs der Rupert-Neudeck-Gesamtschule im Jungen Schauspielhaus Düsseldorf. Seit diesem Schuljahr hat die Tönisvorster Gesamtschule eine Kooperation mit dem Haus. Theaterpädagoge Thiemo Hackel unterstützte die Schüler bei der Vorbereitung zur Premiere. Zum Jugendbuch „Die Mitte der Welt“ von Andreas Steinhöfel hatte die Kreativ-Klasse einzelnen Szenen schauspielerisch umgesetzt.

Die 14 Jugendlichen der Kreativ-Klasse haben ihre Szenen parallel zu den Profi-Darstellern des Schauspielhauses einstudiert. Als ausgewählte Premiere-Klasse folgte der Auftritt der Schüler nach dem der Schauspieler. Als sich die Zuschauer nämlich nach dem Stück im Foyer versammelten, hatten die Tönisvorster ihren großen Auftritt. Aus dem Kreis heraus lösten sich einzelne Schülerpaare und spielten kurze Szenen zum Thema gesellschaftliche Konventionen: Ein Junge nimmt einen anderen Jungen in den Arm, zwei Mädchen sind zärtlich zueinander.

Es sei die Aufgabe der Kreativ-Klasse gewesen, sich mit gesellschaftlichen Normen auseinanderzusetzen, erklärt Angelika Eggert, Lehrerin für Darstellen und Gestalten. Albernheiten hätten ihre Schüler schnell abgelegt und schauspielerisch und persönlich einen Reifeprozess durchgemacht. „Für die Jugendlichen war es eine große Herausforderung zum Thema gleichgeschlechtliche Liebe zu arbeiten“, sagt Eggert, die stolz ist auf die mutige Leistung der Achtklässler.

Quelle: RP

Reifeprüfung im Schauspielhaus

November 2017

Rupert-Neudeck- Gesamtschüler sind gestern im Jungen Schauspielhaus in Düsseldorf aufgetreten. Szenen mit und über Gefühl.

 Rupert-Neudeck- Gesamtschüler sind gestern im Jungen Schauspielhaus in Düsseldorf aufgetreten. Szenen mit und über Gefühl.

Stellprobe in der Schule vor dem Auftritt in Düsseldorf: Tönisvorster Gesamtschüler der Kreativ-Klasse 8 spielten gestern ihre Szenen noch einmal durch. Kurt Lübke Stellprobe in der Schule vor dem Auftritt in Düsseldorf: Tönisvorster Gesamtschüler der Kreativ-Klasse 8 spielten gestern ihre Szenen noch einmal durch.

Tönisvorst. Junges Schauspielhaus Düsseldorf, Münsterstraße. Das ist eine Adresse. Eine, die aufhorchen lässt. Wer dort auftritt, der agiert vor LandesHauptstadt-Publikum.

14 Schüler der Tönisvorster Rupert-Neudeck-Gesamtschule können seit gestern mitreden. Wie das Theater ist. Und wirkt. Aus jeder Perspektive.

Zunächst saßen die vier Jungen und zehn Mädchen am Abend selbst als Zuschauer in der Premiere des Stückes „Die Mitte der Welt“ von Andreas Steinhöfel. Der Vorlage, einem sogenannten „Coming-of-Age-Roman“, in dem es ums Heranwachsen und Übergang von der Jugend zum Erwachsensein geht, haben sich die Teenager, alle 13, 14 Jahre alt, vier Wochen lang gewidmet. Sie haben sich hineingearbeitet und hineingefühlt in das Thema „gleichgeschlechtliche Liebe zwischen Toleranz und Akzeptanz“.

Lehrerin Angelika Eggert arbeitet mit ihrer Kreativ-Klasse 8

Die szenische Umsetzung wurde im Schulzentrum Corneliusfeld geprobt, je zwei Unterrichtsstunden in der Woche. Ein Heimspiel. Gestern dann das Auswärts-Engagement der Kreativ-Klasse 8, die in dieser eng getakteten Probenphase „zu einem Ensemble“ geworden sind.

Darüber freut sich Angelika Eggert, Lehrerin für Darstellen und Gestalten an der Gesamtschule. Sie hat die Schüler angeleitet, beraten und begleitet – bis hinein ins Foyer des Jungen Schauspielhauses Düsseldorf. Als sich das Publikum dort gestern nach dem Schlussapplaus zum „Meet and Greet“, zum zwanglosen Premieren-Plaudern traf, war das Theater nämlich noch nicht vorbei.

Es schlug sozusagen die Stunde der Tönisvorster. Sie bildeten – so der Plan – einen Kreis inmitten der Zuschauer. Zur Musik lösten sich immer wieder Schüler aus ihrem Kreis und spielten ihre kurzen Szenen. Ein Junge, wie er einen anderen Jungen in den Arm nimmt. Zwei Mädchen, die zärtlich zueinander sind. Zwei, die ein Paar mimen. Eggert: „,Die Schüler sind in der Lage, direkt in die Rollen hineinzugehen und nach dem Spiel aus dieser Rolle auch wieder herauszutreten.“

Was darf Liebe? Und was darf sie nicht?

Die Aufgabe der jungen Kreativ-Klasse war eine Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Konventionen: „Was ist schon normal? Was darf Liebe? Was darf sie nicht? Was ist heute Familie? Und von wem lässt man sich heutzutage beeinflussen?“

Albernheiten – zwischendurch erlaubt – hätten ihre Schüler schnell abgelegt und ebenso schauspielerisch wie persönlich einen Reifeprozess gemacht. „Die Schüler wachsen daran und reflektieren ihr Spiel.“

Das szenische Improvisations-Spiel gestern, das ad-hoc-Agieren mitten im und am Ende auch mit dem Publikum, war eine einmalige Sache.

Einmalig bleibt der Theaterbesuch in Düsseldorf für die Tönisvorster aber nicht. Denn das „Theater-Fieber plus“, die neue Kooperation der Rupert-Neudeck-Gesamtschule Tönisvorst mit dem Schauspielhaus Düsseldorf, ist auf drei Jahre angelegt.

In diesem Zeitraum können die Schüler ermäßigt Vorstellungen besuchen. Sie zahlen lediglich vier Euro. Für Hin- und Rückfahrt inklusive Theaterkarte. Das ist für die Jugendlichen wie ein roter Teppich direkt hinein ins Theater.

Quelle: WZ

Digitalisierung für die Grundschulen
November 2017
Tönisvorst: Digitalisierung für die Grundschulen
Mit Landesmitteln soll die Digitalisierung der Schulen vorangetrieben werden, beginnend bei den Grundschulen. Unser Foto zeigt Schüler der Katholischen Grundschule, die 2016 Weihnachtspakete für Round Table einpackten. FOTO: WICKERATH
Tönisvorst. Die Stadt Tönisvorst bekommt finanzielle Zuwendungen aus verschiedenen Töpfen, insgesamt geht es um mehr als 8,87 Millionen Euro. Bürgermeister Goßen und Kämmerin Waßen erläutern, wofür das Geld ausgegeben werden soll. Von Heribert Brinkmann und Stephanie Wickerath

Ein warmer Geldregen geht auf die Stadt Tönisvorst nieder: Alleine aus dem Gemeindefinanzierungsgesetz bekommt die Apfelstadt 6,74 Millionen Euro – 3,2 Millionen mehr als bisher. Als die Landtagsabgeordnete Britta Oellers (CDU) darüber aus Düsseldorf informierte, erweckte das bei einigen Politikern vor Ort gleich neue Begehrlichkeiten. Doch Kämmerin Nicole Waßen hatte die Summe schon grob geschätzt in den Haushaltsentwurf eingestellt – und lag nur rund 200.000 Euro drunter. In die Ratssitzung am Mittwoch brachte sie die neuen Zahlen mit einem 1. Veränderungsnachweis ein. Bis zur Dezember-Ratssitzung können nun die Fraktionen den Haushalt 2018 beraten. Diskutiert wurde nicht. Nach einer Viertelstunde war die kurze öffentliche Sitzung des Stadtrates auch schon zu Ende.

Zu den Erfolgsmeldungen über einen „Geldsegen“ für Tönisvorst gehören auch die beiden Töpfe, die zweckgebunden für die Modernisierung der Schulen eingesetzt werden müssen. Fast 763.000 Euro aus dem Kommunalinvestitionsförderungsgesetz und 1,37 Millionen Euro aus dem Programm „Gute Schule 2020“ stehen für Tönisvorst bereit. Wer jetzt aber glaubt, die Kinder waschen bald an goldenen Becken die Hände, der hat sich getäuscht. Im Gespräch mit der Rheinischen Post erläutern Bürgermeister Thomas Goßen und Kämmerin Nicole Waßen, wofür das Geld gebraucht wird. „Das Geld aus dem Gemeindefinanzierungsgesetz ist bereits in den Haushalt eingerechnet“, sagt die Kämmerin. Dadurch habe sich die Haushaltssituation deutlich verbessert.

Auch das Geld aus dem Programm „Gute Schule 2020“ ist schon verplant. Politiker und Verwaltung sind sich einig, dass sie mit den Landesmitteln die Digitalisierung der Grund- und weiterführenden Schulen vorantreiben wollen. Für den Breitbandanschluss, die Netzwerkverkabelung, WLAN und Server wird bereits ein Großteil des Geldes benötigt. „Dann haben wir aber noch keine Endgeräte“, sagt der Bürgermeister. Außerdem werde in den Folgejahren Geld für den Support gebraucht.

Zu den fast 763.000 Euro aus dem Kommunalinvestitionsförderungsgesetz wollen Goßen und Waßen noch nichts sagen. „Das Gesetz ist vom Land noch nicht verabschiedet. Wir planen erst mit dem Geld, wenn wir einen verbindlichen Bescheid haben“, sagt der Bürgermeister. Fest stehe aber, dass die Schulgebäude im Stadtgebiet – vier Grundschulen gibt es und zwei Gebäude für die weiterführende Schulen – auch in den nächsten Jahren eine Großbaustelle bleiben.

„Wir wissen jetzt, dass wir ab 2026 sechs Klassenräume zu wenig für das Michael-Ende-Gymnasium und die Rupert-Neudeck-Gesamtschule haben“, sagt Goßen. Deshalb müsse über einen Anbau nachgedacht werden. Im Schulausschuss am nächsten Donnerstag steht das Raumkonzept auf der Tagesordnung. Aber auch der Brandschutz der in die Jahre gekommenen Gebäude ist ein großes Thema. So wird die Stadt im nächsten Jahr allein 635.000 Euro für den Brandschutz an der Grundschule Hülser Straße, der Schule Kirchenfeld, dem Schulzentrum und dem Jugendfreizeitzentrum ausgeben.

„Das ist sehr undankbar, weil der Brandschutz viel Geld verschlingt und nicht wirklich wahrgenommen wird“, sagt Kämmerin Waßen. Dennoch führe kein Weg daran vorbei. Rund 482.000 Euro fließen 2018 in die Instandhaltung und Sanierung des Schulzentrums. Ein Problem hier ist die Entwässerung der Dachhaut. Auch das Dach des Schulgebäudes Kirchenfeld muss saniert werden, zusammen mit der Erneuerung der Kanalisation im Keller sind dafür 250.000 Euro im Haushalt vorgesehen. Und Goßen sieht noch eine andere Schulbaustelle auf die Stadt zukommen. „Beschließt die Regierung ein Recht auf Ganztagsbetreuung für Grundschüler, haben wir ein echtes Raumproblem.“

Quelle: RP
Martinszug in St. Tönis: Bunte Lichter erhellen die Stadt
November 2017
Rappelvoll ist die Innenstadt von St. Tönis gestern Abend. Etliche Zuschauer haben sich schon lange, bevor die 1200 Schulkinder mit ihren kunstvoll gestalteten Laternen kommen, eingefunden, um den St. Martinszug zu sehen. Besonders in der Fußgängerzone, wo die Pfadfinder, die Kolpingsfamilie und andere Vereine die Zuschauer mit Würstchen und Getränken versorgen, knubbelt es sich. Aber auch in anderen Straßen stehen Anwohner vor der Türe und bestaunen die bunten Lichter, die an ihnen vorbeiziehen. Von Stephanie Wickerath

Die Kinder der drei St. Töniser Grundschulen und der beiden weiterführenden Schulen des Ortes haben sich wieder viel Mühe gegeben und ausgefallene Laternen gebastelt. So kommen einige Kinder der Grundschule Hülser Straße mit leuchtenden Schäfchen, sehr schön gestalteten Windmühlen und bunten Sternen. Löwen und Mäuse haben unter anderem die Kinder der Grundschule Corneliusstraße gebastelt. In der Gruppe der Katholischen Grundschule strahlten Leuchttürme um die Wette. Auch Fledermäuse und Erdmännchen gibt es zu bewundern.

Die Rupert-Neudeck-Gesamtschule ist mit den 185 Schülern der Jahrgänge fünf und sechs vertreten. Sie haben bunte Cocktail-Schirmchen auf Pappmasche geklebt. Vom Michael-Ende-Gymnasium ziehen 150 Kinder der fünften Klassen und einige Schüler der Jahrgangsstufe sechs mit. Im Kunstunterricht haben sie Blumen gestaltet, deren Inneres bunt leuchtet.

Vorweg reitet der St. Martin Robert Brunner, der für seine Rolle eigens Reitunterricht genommen hat. Begleitet wird er, ebenfalls hoch zu Ross, von den Herolden Silke und Elke Smets. Auch Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr und des Deutschen Roten Kreuzes begleiten den Zug und sorgen, ebenso wie die erstmals in den Einfahrtswegen zur Innenstadt als Sperre geparkten Lastwagen, für die Sicherheit. Damit die Kinder und die Zuschauer die traditionellen Lieder auch kräftig mitsingen können, sind wieder acht Musikkapellen dabei.

Die diesjährigen Züge – am Samstag sind bereits 800 Kindergartenkinder mit ihren Laternen durch die Stadt gezogen – sind die ersten unter der Ägide des neuen Vorsitzenden Lars Kuhlenschmidt. Er hat zum Jahresanfang die Aufgaben von seinem Vater Jürgen übernommen, der dem Martins-Komitee 23 Jahre lang vorstand. „Da ich familiär vorbelastet bin, empfinde ich das gar nicht als Premiere“, sagt Kuhlenschmidt junior. Und egal ob als Vorsitzender oder als Zuschauer: „Wenn die Kinder bei der Martinsszene am Pastorswall andächtig lauschen und hinterher stolz ihre Laternen in die Höhe halten, ist das immer ein ganz besonderer Moment.“

Das St. Töniser Martins-Komitee organisiert nicht nur die beiden Züge, die Szene mit dem armen Mann (Jupp Beudels) und St. Martin sowie das große Feuerwerk nach dem Zug der Schulkinder, die Mitglieder sorgen auch dafür, dass jedes Jahr 2000 Kinder ab dem zweiten Lebensjahr eine prall gefüllte Tüte bekommen und verteilen mit Hilfe der Schüler des Gymnasiums 1500 Weckmänner an Senioren ab dem 80. Lebensjahr. Finanziert werden die Aktionen aus Spenden.

Quelle: RP
Plädoyer für die Menschlichkeit
November 2017
Etwa 80 Tönisvorster sind von der Kirche St. Cornelius durch die Fußgängerzone zum Krankenhaus gezogen, wo bis 1938 in St. Tönis eine Synagoge stand. Rabbiner Jitzchak Mendel Wagner hält eine bewegende Ansprache. FOTO: WOLFGANG KAISER
Tönisvorst. In Erinnerung an die Reichspogromnacht im November 1938 zogen etwa 80 Menschen schweigend durch die Stadt. Jugendliche der weiterführenden Schulen legten einen Kranz nieder. Von Stephanie Wickerath

Zurück bleibt heller Kerzenschein in einer dunklen Nacht. „Die Lichter zeigen, dass die Dunkelheit letztlich nicht gesiegt hat, nicht siegen darf“, sagt Bürgermeister Thomas Goßen in seiner Ansprache beim Schweigemarsch zum Gedenken an die Reichspogromnacht 1938. Etwa 80 Menschen sind am Donnerstagabend von der katholischen Kirche in St. Tönis durch die Fußgängerzone zum Krankenhaus gezogen, wo bis 1938 eine Synagoge stand. Die Kerzen, die die Menschen während des Schweigemarschs in den Händen tragen, stellen sie dort ab. Auch einen Kranz legen Schüler des Michael-Ende-Gymnasiums und der Rupert-Neudeck-Gesamtschule nieder.

Vor zehn Jahren hat die Schülervertretung des Tönisvorster Gymnasiums erstmals zum Schweigemarsch am 9. November aufgerufen. Viele Jugendliche der anderen weiterführenden Schulen, Vertreter der Stadt, der evangelischen und der katholischen Gemeinde, sowie Mitglieder von Parteien und Bürger nahmen daran teil. Bis heute hat sich daran nichts geändert. Im Laufe der Jahre aber kam noch ein weiteres Engagement der Gymnasiasten hinzu: Sie gründeten an ihrer Schule eine Stolperstein-AG und setzen sich seitdem mit anderen Bürgern dafür ein, dass in St. Tönis und Vorst vor Häusern, in denen Menschen gelebt haben, die von den Nazis verfolgt wurden, Stolpersteine verlegt werden.

Auch an der Hochstraße in St. Tönis vor den Häusern 65 und 67 gibt es solche Stolpersteine. Dort hält der Rabbiner Jitzchak Mendel Wagner am Donnerstagabend als Gastredner eine bewegende Ansprache. Die Reichpogromnacht, sagt der Rabbiner, sei ein Testversuch der Nazis gewesen. „Wie wird die Welt reagieren, wenn in einer Nacht 1000 Synagogen in Deutschland brennen?“, hätten sich die Nazis gefragt. „Was sagt die Sowjetunion, was Washington? Werden wir Demonstrationen am Eiffelturm sehen?“ Die Zuhörer kennen die Antwort: Die Welt reagierte nicht.

„Ich war im Holocaust-Museum in Washington“, erzählt Rabbi Wagner, „dort gibt es eine Abteilung zum 9. November 1938. Und es gibt Zeitungsausschnitte aus den Tagen danach: Die New York Times hatte auf Seite 27 eine kleine Meldung zum Synagogenbrand in Deutschland.“ Spätestens da sei den Nazis klar gewesen, dass sie Häuser anzünden, Bücher verbrennen und Menschen vergasen können, ohne, dass die Welt aufschreit. Aber das, sagt der Rabbiner, sei nicht die Lehre aus dem Holocaust, die Lehre sei, dass man Mensch bleiben müsse und Menschlichkeit zeigen müsse, auch in der tiefsten Nacht.

Auch die Vertreterinnen der Kirchengemeinden, Pfarrerin Daniela Büscher-Bruch und Gemeindereferentin Stefanie Müller, rufen in ihrer Ansprache dazu auf, „für Andere einzustehen, auch wenn es etwas kostet.“ Nick van den Heuvel, Schülersprecher des Michael-Ende-Gymnasiums, sagt, es sei wichtig, dass sich auch heute noch Menschen an die Grausamkeiten erinnern. „In dem wir der Opfer gedenken, erweisen wir ihnen Ehrerbietung. Die Geschehnisse der Nazizeit dürfen sich nicht wiederholen und deshalb dürfen sie nicht in Vergessenheit geraten.“ Timo Seupel, Moritz Hirt und Chris Klingenberg von der Rupert-Neudeck-Gesamtschule lesen Auszüge aus einem Buch des Cap Anamur-Gründers und Namensgebers ihrer Schule. Darin schildern vietnamesische Bootsflüchtlinge ihr Schicksal. „Die Texte zeigen, dass Flucht und Vertreibung, Demütigung und Repressalien immer ein Thema sind“, sagt Lehrerin Birgit Sokol.

Quelle: RP

Neue Gesamtschule – Mit Mut und Optimismus handeln

Oktober 2017

Zur Gründungsfeier wünschte Christel Neudeck, Witwe des Namensgebers, der neuen Gesamtschule zupackendes Agieren.

 Zur Gründungsfeier wünschte Christel Neudeck, Witwe des Namensgebers, der neuen Gesamtschule zupackendes Agieren.

Kein Schulfest ohne Schüler: Im musikalischen Rahmenprogramm der Gründungsfeier trat die Flötengruppe auf. Jeder Ton saß. Kurt Lübke

Kein Schulfest ohne Schüler: Im musikalischen Rahmenprogramm der Gründungsfeier trat die Flötengruppe auf. Jeder Ton saß.

St. Tönis. Mit Mut und Optimismus, nicht zaudernd, sondern vorangehend, dabei stets überlegt und in Respekt füreinander – das fasst zusammen, was alle Festredner gestern der „Rupert-Neudeck-Gesamtschule“ in Tönisvorst, ihrem Kollegium und den Schülern zum offiziellen Start mit auf den Weg gaben.

Der Geist Rupert Neudecks, seine Haltung im Leben und zum Leben, seine Unerschrockenheit und gelebte Nächstenliebe, sie war greifbar im Forum Corneliusfeld – in vielen Worten, in Musik und Tänzen. Diese Gründungsfeier, sie hätte ihrem Namensgeber wohl gefallen. Der ehemalige Journalist und Gründer von Cap Anamur erfährt damit eineinhalb Jahre nach seinem Tod eine besondere Ehrung.

Christa Neudeck: „Ich habe hier ganz tolle Menschen erlebt.“

„Er konnte doch nie nein sagen, wenn Anfragen von Schülern oder Studenten an ihn gerichtet wurden“, erzählte Christel Neudeck, seine Witwe, die gemeinsam mit den drei Kindern das Vermächtnis ihres Mannes pflegt. Und für die der Kontakt zu dieser Schule kein Austausch von Formalitäten und Höflichkeiten bleibt.

„Ich habe hier ganz tolle, engagierte Menschen erlebt“, sagt sie und schreibt der Schulgemeinde ins Gästebuch: „Ich denke, ihr habt euch ein gutes Vorbild ausgesucht.“ Mutig sein wie ihr Mann, das könne man lernen. Schon wenn man sich in Situationen auf dem Schulhof einmische. An die Schüler gerichtet, sagte sie: „Ihr fühlt euch besser, wenn ihr euch einmischt.“

Mit Schulleiter Andreas Kaiser schloss sich die Liste der Festredner (siehe Kasten). Er richtete sich nach emotionalen Worten des Dankes an alle, die an dieser Schule mitwirken und die Bildungserfolge für alle Schüler möglich machen wollen, auch an die Vertreter der Politik.

Kaiser forderte sie – fast möchte man formulieren – mit dem Mute der Verzweiflung auf, endlich der Bildung als der wichtigsten Ressource des Landes die finanzielle Hilfe zu geben, die benötigt werde. „Wir brauchen mehr Stellen, mehr Lehrer und eine erheblich bessere Ausstattung. Machen Sie endlich Ernst mit Ihren Investitionen!“

Rahmenprogramm mit Musik, Tanz und Flötenspiel

Wie viel Potenzial in Schülern und Lehrern steckt und wie charmant und unterhaltsam Schule jenseits von Unterrichtsvermittlung in Zahlen und Buchstaben sein kann, zeigte das Rahmenprogramm, das Tom Bissels, didaktischer Leiter der Gesamtschule, zwischen den Gastreden anmoderierte. Musik und Tanz, das war ausdrucksstark – selbst ohne Worte.

Die Grundmelodie der Gründungsfeier, die nun nach im Vorfeld teilweise hitzig geführten politischen Diskussionen angestimmt wurde, beschwor ein neues Miteinander und Chancen, Engagement und Unerschrockenheit.

Vorlage dazu lieferte auch ein Song der Beatles, den Bissels, ein Kollege und Ralf Küntges, Vater einer Fünftklässlerin, gemeinsam spielten: „With a little help from my friends“. Auch das war Starthilfe für Tönisvorsts neue Gesamtschule, das Angebot neben dem Michael-Ende-Gymnasium. Ihrer Feierstunde schloss sich ein Sport- und Spielefest an.

Politiker fordern den großen Wurf
Oktober 2017
Tönisvorst: Politiker fordern den großen Wurf
Das Schulgebäude Kirchenfeld (das Archivfoto von 2011 zeigt die ehemalige Hauptschule) braucht neue Stromleitungen. FOTO: WOLFGANG KAISER
Die Themen Gebäude für die beiden weiterführenden Schulen und den Verwaltungssitz im Ausschuss für Liegenschaften diskutiert. Von Stephanie Wickerath

Heinz Michael Horst, Vorsitzender der SPD-Fraktion, hat die Nase voll. „Ich will nicht immer nur über Kleinkram entscheiden: Kanal kaputt – wir beschließen einen neuen Kanal, Strom kaputt, wir beschließen einen neuen Trafo. Ich will ein Gesamtkonzept mit belegbaren Zahlen und einer Wirtschaftlichkeitsberechnung.“ Das sieht auch Alexander Decher, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU, so: „Wir brauchen zukunftsweisende Konzepte, ganzheitliche Lösungen, langfristiges Denken.“

Auch Marcus Thienenkamp von der FDP-Fraktion fordert „Klarheit, wie es um die Kapazitäten der weiterführenden Schulen steht.“ Ausgelöst worden war der Ruf nach dem großen Wurf im Ausschuss für Gebäudemanagement und Liegenschaften beim Thema Stromleitungen und Transformator im Schulgebäude Kirchenfeld. Die seien laut Marcus Beyer vom Fachbereich nicht mehr auf dem neuesten Stand. 110.000 Euro will die Stadt deshalb investieren.

Die Politiker zögern, weil sie nicht wissen, wie lange das Kirchenfeld noch als Schulstandort genutzt wird. Beyer verweist auf die Sitzung des Schulausschusses im November. Dann sollen die Zahlen zum Raumbedarf des Michael-Ende-Gymnasiums, das 2019/2020 zum Abitur nach neun Jahren zurückkehrt und damit einen Jahrgang mehr hat, und der neuen Rupert-Neudeck-Gesamtschule, die Platz für eine komplette eigene Oberstufe braucht, vorliegen.

Bisher hatte Harald Schramm, Schulbeauftragter der Stadt, stets behauptet, die vorhandenen Räume im Schulzentrum und im Gebäude Kirchenfeld reichten für beide Schulen aus. Die Schulleiter dagegen monieren schon jetzt Engpässe. Im Ausschuss für Gebäudemanagement kann Beyer auf Nachfrage aus der SPD schon jetzt vermelden, dass nach aktuellen Erkenntnissen bis zum Schuljahr 2026/2027 tatsächlich sechs Räume zu wenig vorhanden seien.

In die Stromleitungen will die Stadt aber auf jeden Fall investieren und auch die Politiker stimmen dem zu. „Selbst wenn das Schulzentrum aufgestockt oder angebaut werden sollte und das Kirchenfeld zum Wohngebiet wird, brauchen wir das Schulgebäude noch ein paar Jahre, deshalb ist es sinnvoll, das Haus zukunftsfit zu machen“, sagt Beyer, der weiß, wie langsam die Mühlen der Verwaltung mitunter mahlen.

Heinz Michael Horst erinnert daran, dass das Thema Schulgebäude nicht die einzige ungeklärte Baustelle sei. „Seit 25 Jahren reden wir über eine bessere Unterbringung der Stadtverwaltung.“ Der Rat habe längst beschlossen, dass die Verwaltung sich des Themas annehmen und Vorschläge unterbreiten soll. „Der FDP-Kollege Frick hat vor eineinhalb Jahren darauf hingewiesen, dass die Zinsen gerade sehr günstig seien und es sinnvoll sei, jetzt zu Potte zu kommen.“ Passiert sei aber bis heute nichts.

Lars Tutt, sachkundiger Bürger im Ausschuss, will den Ball nicht allein ins Feld der Verwaltung rollen. „Wir sollten Phantasie entwickeln und verschiedene Szenarien zum Thema Schulgebäude und Rathaus durchspielen“, regt Tutt an. Horst widerspricht: „Der Ball gehört ins Feld der Verwaltung. Wir sind ehrenamtliche Politiker. Wir können nicht die Arbeit der Verwaltung übernehmen.“ Außerdem, fügt der SPD-Mann hinzu, lägen dem Bürgermeister etliche Ideen vor, aber: „Unterm Strich kommt nichts dabei rum.“ Letztlich beschließt der Ausschuss für Gebäudemanagement und Liegenschaften auf Antrag der SPD-Fraktion einstimmig, die Verwaltung möge bis zum Ende des ersten Quartals 2018 „konzeptionelle Überlegungen zur Neuunterbringung der Stadtverwaltung“ und zur Unterbringung der rund 1800 Kinder und Jugendlichen in den weiterführenden Schulen vorlegen. Im zweiten Quartal soll dann das fertige Konzept vorliegen – so der Wunsch der Politiker.

„Seid weder furchtsam noch tollkühn“

Oktober 2017

Tönisvorst:

Im Foyer und auf dem Schulhof gab es zur Schulgründung ein buntes Rahmenprogramm. Auch frisches Popcorn gehörte dazu. FOTO: Norbert Prümen
Tönisvorst. Mit einem großen Fest wurde die offizielle Gründung der Rupert-Neudeck-Gesamtschule Tönisvorst gestern Nachmittag im Schulzentrum St. Tönis gefeiert. Zu den Ehrengästen gehörte auch Christel Neudeck. Von Stephanie Wickerath

Nun ist es offiziell: Tönisvorst hat eine Gesamtschule. Nach vier Jahren ist die Sekundarschule damit Geschichte. Die ehemaligen Sekundarschüler sind jetzt Schüler der Rupert-Neudeck-Gesamtschule. Bei der Feierstunde im Forum, das mit Papierbooten geschmückt ist, kann Schulleiter Andreas Kaiser Ehrengäste aus der Politik, Vertreter der Kirchen und der Kooperationspartner begrüßen. Auch Christel Neudeck, die Witwe des Namensgebers, ist gekommen.

Sie richtet sich in ihrer Ansprache gezielt an die jungen Menschen im Saal. „Rupert hat Anfragen von Schülern und Studenten nie zurückgewiesen, denn ihr seid die Zukunft“, sagt die 74-Jährige, „ihr müsst weiterführen, was wir begonnen haben.“ Dazu gehöre der Glaube daran, dass Menschen mit unterschiedlichen Charakteren, unterschiedlicher Herkunft und unterschiedlicher Hautfarbe gut und friedlich zusammen leben können. Neudeck gibt den Schülern das Lebensmotto ihres im Mai 2016 verstorbenen Mannes mit auf den Weg: „Seid weder furchtsam noch tollkühn.“

Udo Schiefner, SPD-Mitglied des Bundestags, erinnert in seiner Rede daran, dass lange für die Schule gestritten worden und die Diskussion oft sehr emotional geführt worden sei. „Aber es ist etwas Gutes daraus entstanden, ein Ort, an dem in guter Atmosphäre gelernt werden kann, eine Schule, die eine Bereicherung für Tönisvorst ist.“ Uwe Schummer, CDU-Bundestagsmitglied, gratuliert zur Auswahl des Namensgebers. „Rupert Neudeck, der mit Cap Anamur 11.300 vietnamesische Bootsflüchtlinge gerettet hat, ist ein Leuchtturm der Hoffnung in einer Welt voller Krieg und Gewalt.“ Schummer wünscht sich von den Gesamtschülern, dass sie Neudecks Haltung lebendig halten.

Bürgermeister Thomas Goßen kommt in seiner Rede ebenfalls auf die Haltung zu sprechen. „Schule heißt Wissensvermittlung, Schule heißt hinfallen und wieder aufstehen, Schule heißt aber auch, am Ende das Rüstzeug für einen eigenen Standpunkt mitzunehmen.“ Er hoffe, dass die Absolventen der Rupert-Neudeck-Gesamtschule offen, tolerant und mitmenschlich sind und sich für ein friedliches Miteinander einsetzen. Angela Krumpen von der Schulpflegschaft spricht für die Eltern, „die wollen, dass es den Kindern gut geht“ und froh seien, dass Tönisvorst jetzt „eine Schule für alle Kinder hat, eine Schule, in der niemand aussortiert wird.“

Auch Schulleiter Andreas Kaiser betont, dass die Rupert-Neudeck-Gesamtschule eine Schule sei, in der sich Kinder mit unterschiedlicher Herkunft, Begabung und Neigung zu Hause fühlen sollen. „Wir sind froh, einen Beitrag dazu zu leisten, dass Bildungserfolge für alle möglich sind. Nicht die Herkunft soll entscheiden, sondern der Optimismus und die Einsatzbereitschaft der Schüler.“ An Stadt und Politik richtet Kaiser den Hinweis, dass für eine gute Bildung Investitionen nötig seien: „Wir brauchen eine bessere Ausstattung und mehr Lehrer.“

Zwischen den Reden sorgen Schüler für kreative Unterhaltung und zeigen ihr Können aus dem Fach Darstellen und Gestalten, das die Gesamtschule neben der Informatik zu einem Schwerpunkt gemacht hat. Es gibt ein Maskenspiel des achten Jahrgangs und eine Laban-Aufführung der Jahrgangsstufe 9. Auch die Flötengruppe, der flotte Tanz der 9b und die Musikeinlage, die der didaktische Leiter Thomas Bissels mit einem weiteren Lehrer und einem Vater gibt, bekommt viel Beifall.

Im Anschluss an die offizielle Feierstunde im Forum gibt es ein Sport- und Spielfest auf dem Schulhof, bei dem Schüler, Lehrer und Eltern die neue Schule hoch leben lassen und das Motto „Gemeinsam sind wir stark“ feiern.

Quelle: RP

Die Schulgebäude verwahrlosen

September 2017

Tönisvorst: Die Schulgebäude verwahrlosen

Paul Birnbrich, Direktor des Michael-Ende-Gymnasiums, bemängelte im Schulausschuss auch die Hygiene in der Mensa des Schulzentrums Corneliusfeld. Bürgermeister Goßen sind die Zustände in den Schulen bekannt. FOTO: WOLFGANG KAISER
Hygiene und Sauberkeit lassen in den Schulgebäuden zu wünschen übrig. Viele Lehrer mussten nach den Ferien erst ihre Klassenzimmer putzen, bevor sie mit dem Unterricht beginnen konnten. Von Stephanie Wickerath

Nach den Sommerferien war es wieder besonders schlimm. Anke Jühe, stellvertretende Schulleiterin der St. Töniser Grundschule Corneliusstraße, hat ihre Mutter gebeten, ihr beim Putzen des Klassenraumes zu helfen, um dem schmutzigen Chaos Herr zu werden. In der Katholischen Grundschule haben Lehrerinnen ihre älteren Kinder mitgebracht, die sie beim Saubermachen unterstützt haben, weiß Schulleiterin Sabrina Broll.

Beate Jacobs, Leiterin der Grundschule Hülser Straße, hat kurz vor Ferienende so lange Rabatz gemacht, bis die Putzkolonne kam. „Das Ergebnis war allerdings nicht zufriedenstellen“, berichtet Jacobs im Schul- und Kulturausschuss. Auch die Leiter der weiterführenden Schulen im St. Töniser Schulzentrum können ein Lied davon singen, wie das Gebäude verkommt, weil es nicht gründlich geputzt wird. „Und für die Mensa sieht es beim Thema Hygiene auch schlecht aus, wenn das Gesundheitsamt mal unangemeldet kommt“, sagt Paul Birnbrich, Leiter des Michael-Ende-Gymnasiums.

Politiker und Öffentlichkeit hätten von diesen gravierenden Missständen, die, wie Beate Jacobs sagt, Schüler- und Lehrergesundheit gefährden, gar nichts erfahren, wenn Sabine Zeuner (CDU) nicht am Ende der Sitzung fast beiläufig gefragt hätte, ob sich die Toilettensituation in den Schulen eigentlich verbessert habe. Als hätten die Schulleiter nur darauf gewartet, ihren Frust zum Thema Sauberkeit und Hygiene in den städtischen Gebäuden los zu werden, brechen die Dämme. „Katastrophe“, „unhaltbare Zustände“, „verwahrloste Räume“ ist da zu hören. Fast scheint es, als sei die Sauberkeit auf den Toiletten, die teilweise seit 30 Jahren nicht mehr saniert worden sind, das geringste Problem. Bürgermeister Thomas Goßen sind die Zustände in den Schulgebäuden bekannt. „Die Nicht-Leistung der Putzkräfte ist ein leidiges Thema – übrigens auch in den Kindertagesstätten“, sagt der Bürgermeister. Im nächsten Jahr laufe der Vertrag mit der Reinigungsfirma aus und soll neu ausgeschrieben werden. Für das Nicht-Erbringen der Arbeit erhielt das Unternehmen entsprechend weniger Geld, teilt Goßen auf Nachfrage aus dem Ausschuss mit.

Andreas Kaiser, Leiter der Rupert-Neudeck-Gesamtschule, bricht eine Lanze für die Putzkräfte. „Das liegt nicht am Personal, die Leute haben einfach zu wenig Zeit, um gründlich zu reinigen.“ Für den billigsten Tarif gebe es nun mal nicht die aufwändigste Leistung. Die Putzintervalle müssten erhöht und die Putzkräfte pro Raum mehr Zeit haben, sagen die Lehrer. Einige sind sich die Schulleiter auch darin, dass die städtischen Gebäude verkommen und die Folgekosten höher seien, als wenn jetzt in die Reinigung investiert werde.

„Welche Qualität wollen wir haben und welche Qualität können wir uns leisten?“, fragt Bürgermeister Goßen und schlägt vor, gemeinsam mit dem Schulausschuss Bausteine für die Ausschreibung im nächsten Jahr zu erarbeiten.

Das fordern auch die Politiker. Christa Voßdahls (SPD) geht das aber nicht weit genug. „Die Schulgebäude müssen wieder eine regelmäßige Grundreinigung bekommen“, sagt die Politikerin. Die Stadt möge diese Aufgabe in die anstehende Haushaltsdebatte aufnehmen. Seit ein paar Jahren wird diese Leistung aus Kostengründen nicht mehr erbracht.

Anke Jühe von der Grundschule Corneliusstraße gibt noch zu bedenken, dass Schule auch in den Ferien stattfinde und deshalb die Gebäude auch in dieser Zeit geputzt werden sollten.

Quelle: RP

Lernen mit dem Jungen Schauspielhaus

September 2017

Tönisvorst: Lernen mit dem Jungen Schauspielhaus

Die Rupert-Neudeck-Gesamtschule (rechts Schulleiter Andreas Kaiser, links didaktischer Leiter Thomas Bissels) geht neue Theater-Wege. FOTO: RNG
Eine Kooperation zwischen der Rupert-Neudeck-Gesamtschule Tönisvorst und dem Jungen Schauspielhaus Düsseldorf hat Schulleiter Andreas Kaiser vorgestellt. „Aus dem umfangreichen Programm des Hauses darf sich jede Klasse einmal im Jahr ein Theaterstück aussuchen“, sagt Kaiser. Dabei werden die Schüler die Stücke nicht nur in Düsseldorf sehen, sie können auch hinterher mit den Darstellern sprechen. „Zusätzlich bekommen die Kreativ-Klassen im Fach ‚Darstellen und Gestalten‘ die Möglichkeit, bei der Inszenierung dabei zu sein“, erzählt Kaiser. Die professionellen Schauspieler kommen im Gegenzug in die Schule und unterstützen die Theaterarbeit der Kreativ-Klassen.
Der erste Schritt in eine neue Zukunft ist gemacht

Gestern starteten die Fünftklässler der neugegründeten Rupert-Neudeck-Gesamtschule in St. Tönis.

Gestern starteten die Fünftklässler der neugegründeten Rupert-Neudeck-Gesamtschule in St. Tönis.

In einem feierlichen Rahmen im Forum Corneliusfeld starteten gestern 108 Fünftklässler in ihre neue Umgebung an der Rupert-Neudeck-Gesamtschule, die damit ihren Betrieb aufgenommen hat. Kurt Lübke

In einem feierlichen Rahmen im Forum Corneliusfeld starteten gestern 108 Fünftklässler in ihre neue Umgebung an der Rupert-Neudeck-Gesamtschule, die damit ihren Betrieb aufgenommen hat.

Tönisvorst. Einen Schritt in eine für sie neue Zukunft haben gestern nicht nur die Fünftklässler an der Rupert-Neudeck-Gesamtschule in Tönisvorst gemacht. Auch die Lehrer betreten Neuland. Denn mit Beginn des neuen Schuljahres ist aus der Sekundar- eine Gesamtschule geworden.

Für die insgesamt 108 neuen Schüler begann ihr erster Tag in der neuen Umgebung gestern mit einem Gottesdienst, der von dem fünften Jahrgang des vergangenen Schuljahres gestaltet wurde. Dieser gab seinen neuen Schulkameraden gute Wünsche mit auf den Weg. „Ich habe in viele lachende und strahlende Gesichter geschaut“, freute sich Schulleiter Andreas Kaiser.

An den ersten fünf Tagen gibt es noch keinen normalen Unterricht

Nach der Einschulungsfeier ging es für die Neulinge mit den jeweiligen Klassenlehrern in eine der insgesamt vier Klassen, von denen eine Inklusionsklasse ist. „Sie wird unter anderem von vier Sonderpädagogen betreut. Die Klassenlehrerin der Inklusionsklasse ist auch Sonderpädagogin“, erläutert Kaiser. Nach eineinhalb Stunden war der erste Schultag auch schon vorbei. Bis einschließlich nächsten Mittwoch haben die Schüler noch Zeit, sich an die neue Umgebung zu gewöhnen. Erst dann beginnt der wirkliche Unterricht. „Die ersten fünf Tage verbringen diese Schüler ausschließlich mit ihren Klassenlehrern“, sagt Kaiser. Zusammen richten sie ihre Klassen ein, machen aber beispielsweise auch mal eine Schulrallye. Ein guter Anfang mit den Klassenlehrern sei pädagogisch besonders wichtig – davon ist Kaiser überzeugt.

Kaiser und seine Kollegen müssen in der nächsten Zeit ein Konzept für die Oberstufe entwickeln, die es an der neuen Gesamtschule aber erst in zirka zwei Jahren geben wird. Dafür müssen unter anderem neue Lehrer eingestellt werden. Darüber hinaus ist es für Kaiser auch wichtig, dem Namen Rupert-Neudeck-Gesamtschule gerecht zu werden. „Schließlich verwalten wir in gewisser Weise Neudecks Erbe“, so Kaiser. In der Sekundarstufe eins soll das im Rahmen der Wahlfächer passieren, später in der Oberstufe würden sich dafür die sogenannten Projektkurse eignen. Bevor es soweit ist, müssen entsprechende Projekte aber noch mit Inhalten gefüllt werden.

Auch die neue Homepage muss noch mit weiteren Inhalten gefüllt werden. Diese ist aber bereits online:

www.rng-tv.de

Rupert Neudeck im Helden-Comic
Juli 2017
Christel Neudeck – hier bei ihrem ersten Besuch im Januar in der St. Töniser Schule – interessierte sich sehr für die Arbeit der Schüler in der Projektwoche. FOTO: WOLFGANG KAISER
Unter der Überschrift „Soziales Engagement“ hat die künftige Rupert-Neudeck-Gesamtschule Tönisvorst eine Projektwoche ausgerichtet. Zu Gast war unter anderem Christel Neudeck, die Witwe des Cap Anamur-Gründers. Von Stephanie Wickerath

Im Innenhof entsteht eine afrikanische Lehmhütte, im Kunstraum werden Handpuppen für das Theaterspiel „Nur Mut“ gebastelt, in der Küche wird orientalisch gekocht und in den Klassenräumen geht es um das Asien der 70er Jahre, um ein Leben im Krieg, um Menschen auf der Flucht und um Kindersoldaten. Auf dem Schulhof steht außerdem der „Missio-Truck“ der Hilfsorganisation Misereor, der über das Thema Migration informiert.

Das Lehrerkollegium der künftigen Rupert-Neudeck-Gesamtschule Tönisvorst, die gerade ihre letzte Woche als Sekundarschule erlebt, hat sich für die Projektwoche viele interessante Angebote ausgedacht. „Die Überschrift lautet Rupert Neudeck, dazu gehören aber auch andere Projekte, die mit sozialem Engagement zu tun haben“, erklärt Thomas Bissels, Didaktischer Leiter der Schule.

Sechs der insgesamt 25 Projektgruppen bekommen gleich am ersten Tag ganz besonderen Besuch: Christel Neudeck, die Witwe von Rupert Neudeck, ist aus Troisdorf angereist, um sich das ein oder andere Projekt in der Schule, die den Namen ihres im Mai 2016 verstorbenen Mannes trägt, anzuschauen und mit den Schülern ins Gespräch zu kommen. So beantwortet sie viele Fragen von Schülern, etwa in der Projektgruppe „Kindersoldaten“, die die Deutsch- und Geschichtslehrerin Mascha Dohmen betreut.

Christel Neudeck, die selber einige Länder in Afrika besucht hat, wo die Hilfsorganisationen der Neudecks Schulen aufgebaut haben, spricht von Fehlern, die schon bei der Landeinteilung gemacht worden seien, korrupten Präsidenten, fehlender Rechtsstaatlichkeit, den Kriegen, die in einigen Länder immer wieder ausbrechen und der großen Armut vieler Afrikaner. „Die Kinder gehen auch zu den Soldaten, weil sie Hunger haben und dort Nahrung bekommen“, erklärt die 74-Jährige. Viele Kinder erlebten dort so traumatische Dinge, dass sie für den Rest ihres Lebens blockiert seien.

„Für unsere Schüler ist es nur schwer vorstellbar, was da passiert“, sagt Lehrerin Dohmen. Wie schwer es wiederum für Kinder ist, die nach Deutschland flüchten, erfährt die Gruppe, die sich mit dem Buch „Auf der Flucht“ von Karin Ammerer beschäftigt. Sie hat die Geschichte der 15-jährigen Mayssam aus Syrien aufgeschrieben, die auf dem Weg von Aleppo nach Deutschland auch in einem Kühlwagen versteckt wurde.

Außerdem stellen die Schüler das Leben Rupert Neudecks im Trickfilm nach, zeichnen einen Rupert-Neudeck-Helden-Comic, bauen ein künstlerisches Boot-Gebilde, das an die 11.000 Menschen erinnert, die Neudeck mit dem Frachter „Cap Anamur“ gerettet hat, besuchen die Hilfsorganisation Action Medeor und zwei Altenheime, wo die Jugendlichen sich mit den Themen Demenz und Altern beschäftigen.

Quelle: RP

Schüler helfen beim Lernen und bei den Hausaufgaben

Im Projekt „Chancenwerk“ werden Achtklässler der Gesamtschule Tönisvorst zu Lerntutoren ausgebildet.

 Im Projekt „Chancenwerk“ werden Achtklässler der Gesamtschule Tönisvorst zu Lerntutoren ausgebildet.

Jasmin Krumschheid leitet Emily (olivgrüne Jacke) aus der 8. Klasse zur Lernpatin an.

St. Tönis. Eigentlich ist es einer der beiden unterrichtsfreien Nachmittage, aber Cagla und Nanthicha gehören zu einer Gruppe von insgesamt 14 Schülern, die sich regelmäßig an den Dienstagen und Freitagen von jeweils 14 bis 15.30 Uhr in der künftigen Rupert-Neudeck-Gesamtschule einfinden. An diesen beiden Nachmittagen steht an der Tönisvorster Gesamtschule eine besondere Lernförderung auf dem Programm.

Die Achtklässler unterstützen die Schüler der fünften und sechsten Klassen bei den Hausaufgaben und lernen zusammen mit ihnen für Arbeiten oder helfen, wenn Unterrichtsstoff noch nicht richtig sitzt. Das Ganze ist eine Kooperation der Gesamtschule mit dem in Duisburg ansässigen Verein Chancenwerk, der ein etwas anderes Konzept zur Lernförderung fährt. Hier werden Achtklässler zu Lerntutoren ausgebildet, um danach jüngeren Schülern zu helfen.

Aber nicht nur das. Als Gegenleistung erhalten sie selbst kostenfreie Nachhilfe durch Studenten in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik. „Es ist eine Win-Win-Situation. Die Achtklässler wiederholen Schulstoff und es ist nun einmal so, dass man nur das vermitteln kann, was man selbst versteht. Dazu können sie bei eigenen Schwachstellen die kostenfreie Nachhilfe nutzen. Die jüngeren Schüler profitieren indes von einer Lernstoffvermittlung auf Augenhöhe“, sagt Schulleiter Andreas Kaiser. Der Kontakt zum Verein entstand über die Schulpflegschaftsvorsitzende.

Chancenwerk bildet die Achtklässler in drei Workshops für ihre neue Aufgabe aus. „Unser erster Workshop nennt sich ,Chancenwerk startet´. Hier werden die Schüler auf ihren Einsatz vorbereitet. Sie erfahren, was ihre neue Rolle ist“, erklärt Songül Kavut, pädagogische Koordinatorin von Chancenwerk. Im zweiten Workshop namens „Chancenwerk fordert heraus“ stehen Lernstrategien und Vermittlungstechniken auf dem Programm. Bei Nummer drei („Chancenwerk gewinnt“) geht es um die soziale Komponente und die Persönlichkeitsentwicklung.

Bei ihren Einsätzen lässt Chancenwerk die Lerntutoren aber nicht alleine. Ihnen stehen die Studenten unterstützend zur Seite, wenn doch einmal Fragen auftauchen, bei denen sie nicht weiterwissen. „Ich wollte gerne einen Mehrwertjob machen und bin auf das Angebot gestoßen. Schon im Zivildienst und der Jungen Uni habe ich mit Kindern gearbeitet. Es macht einfach Spaß“, sagt Nicolas Ertmann, der Soziologie studiert.

An der Gesamtschule nutzen 26 Fünft- und Sechstklässler das Angebot. „Ich finde es besser, einen älteren Schüler etwas zu fragen, als einen Lehrer“, bemerkt Tim, der gerade Hausaufgaben gemacht hat und nun mit Unterstützung Mathe übt. Lilly ist indes mit Englisch beschäftigt und Sunia mit Deutsch. „Es macht Spaß, den Jüngeren zu helfen. Ich selber wiederhole dadurch Schulstoff und bekomme einen Einblick, wie es ist, als Lehrer zu arbeiten“, sagt Cagla, die sich vorstellen könnte, einmal Lehrerin zu werden. Nanthicha begrüßt, dass sie selbst die Lernförderung Deutsch nutzen kann. „Ich helfe anderen und mir wird auch geholfen. Eine gute Kombination“, lautet die Meinung der 15-Jährigen.

Andreas Kaiser will die Zusammenarbeit weiter ausbauen. Mit dem kommenden Schuljahr sollen die nächsten Achtklässler angesprochen werden, um den Pool der jungen Lerntutoren zu vergrößern und dementsprechend auch das Angebot für die jüngeren Schüler auszubauen.

Schulleiter fordern Anbau im Corneliusfeld
Juni 2017
Tönisvorst: Schulleiter fordern Anbau im Corneliusfeld
Stadtverwaltung und Schulleitungen kommen bei der Beurteilung, wie viele Räume im Schulzentrum Corneliusfeld benötigt werden, zu unterschiedlichen Zahlen. Die Bezirksregierung hat sich jetzt eingeschaltet und will das Gespräch moderieren. FOTO: WOLFGANG KAISER
Tönisvorst. Nach Berechnungen der Schulleitungen des Michael-Ende-Gymnasiums und der Rupert-Neudeck-Gesamtschule gibt es im Schulzentrum Tönisvorst zu wenige Räume. Die Berechnungen der Stadt kommen zu einem anderen Ergebnis. Von Stephanie Wickerath

Schon im vorigen Schulausschuss haben Andreas Kaiser, Leiter der Rupert-Neudeck-Gesamtschule Tönisvorst, und Wolfgang Folz, stellvertretender Leiter des Michael-Ende-Gymnasiums Tönisvorst, moniert, dass das Raumkonzept der Stadtverwaltung für die weiterführenden Schulen nicht korrekt sei. Während nach Berechnungen der Stadt auch auf lange Sicht genügend Räume für die beiden weiterführenden Schulen an den Standorten Corneliusfeld und Kirchenfeld vorhanden sind, stellt die Schulleitung klar: „Wir brauchen mehr Räume. Die Kapazitäten reichen nicht aus.“

Im jüngsten Schulausschuss, bei dem das Thema wieder auf der Tagesordnung stand, legt Harald Schramm, Schulbeauftragter der Stadt, erneut Berechnungen vor, die belegen sollen, dass die vorhandenen Räume im Schulzentrum Corneliusfeld und im Gebäude Kirchenfeld ausreichen, um sowohl die Schüler des Gymnasiums, als auch die der Gesamtschule unterzubringen. „Es stellt sich mir die Frage“, sagt daraufhin Wolfgang Folz, „warum mit aller Gewalt versucht wird, die Zahlen klein zu rechnen und dann auch noch falsch.“

Bürgermeister Thomas Goßen stellt sich vor seinen Mitarbeiter: „Niemand will einen Bedarf negieren. Die Stadt ist bereit, nach Lösungen zu suchen, aber wir sind auch verpflichtet zu hinterfragen, wie sich der Bedarf zusammensetzt und was wirklich benötigt wird.“ Schulrat Mattias Otto, der als Vertreter der Bezirksregierung Düsseldorf an der Sitzung teilnimmt, fügt hinzu, dass die Stadt als Schulträger in der Vergangenheit immer bereit gewesen sei, zu helfen. „Das ist nicht überall so“, sagt Otto. Nun sei es wieder an der Zeit, intelligente Lösungen zu finden und gleichzeitig den Haushalt im Blick zu behalten. Klar sei: „Gute Schule braucht ausreichend guten Raum.“

Andreas Kaiser, Leiter der Gesamtschule, betont: „Es geht um Klassen- und Kursräume, in denen Kinder lernen, es geht nicht um Lagerhallen, die man beliebig füllen kann.“ Auch Paul Birnbrich, Leiter des Gymnasiums, warnt davor, das Problem zu bagatellisieren. „Die Situation ist fatal“, sagt Birnbrich. Es müssten neue Räume geschaffen werden, bevor die Gesamtschule ihre Oberstufe eröffne. Die Schulleiter sprechen sich eindeutig für einen Anbau an das Schulzentrum Corneliusfeld aus. Konkret geht es um 16 Klassenräume, die nach Aussage der Schulleitungen im Raumkonzept der Stadt fehlen, weil der Bedarf für den Integrationsunterricht der Flüchtlinge, die Inklusion der Kinder mit Förderbedarf und die Übermittagsbetreuung vergessen worden sei. Hinzu kämen fehlende Fachräume für die Naturwissenschaften, den Musikunterricht, ein Kunstraum, ein Technikraum und ein Hauswirtschaftsraum, listen die Schulleitungen auf. „Ein Ergänzungsbau am Corneliusfeld wird gebraucht und ist auch noch sinnvoll, wenn die Schülerzahlen sinken, denn dann kann der Standort Kirchenfeld aufgegeben und veräußert werden“, argumentiert Folz.

Es sei unbedingt notwendig, dass ein Konsens gefunden werde, mischt sich die Ausschussvorsitzende Angelika Hamacher ein. Allen sei vorher klar gewesen, dass eine Gesamtschule mit eigener Oberstufe mehr Raum brauche, nun sollten Schulvertreter und Stadtverwaltung sich zusammensetzen und Lösungen finden. Andreas Kaiser weist darauf hin, dass es bereits zwei Gespräche zum Thema gegeben habe, ein Konsens aber nicht geglückt sei, weil die Positionen zu gegensätzlich seien.

Letztlich bieten die Schulräte der Bezirksregierung an, neben Mattias Otto ist noch Thomas Dudda anwesend, der für den Bereich Gymnasien zuständig ist, sich mit an einen runden Tisch zu setzen und das Gespräch für Tönisvorst zu moderieren. „Die Fronten scheinen mir doch sehr verhärtet zu sein“, stellt Schulrat Dudda fest.

Quelle: RP

Tönisvorst

April 2017
Braucht das Schulzentrum einen Anbau?

Tönisvorst: Braucht das Schulzentrum einen Anbau?

Die Vorstellungen der Stadtverwaltung und der beiden Schulen im Zentrum Corneliusfeld gehen weit auseinander, wie jetzt in der Sitzung des Schulausschusses deutlich wurde. FOTO: WOLFGANG KAISER
Tönisvorst. Nach Aussage der Schulleiter von Gymnasium und Gesamtschule brauchen die beiden weiterführenden Tönisvorster Schulen deutlich mehr Räume, als die Verwaltung errechnet hat. Das wurde im Schulausschuss deutlich. Von Stephanie Wickerath

Wolfgang Folz, stellvertretender Leiter des Michael-Ende-Gymnasiums, und Andreas Kaiser, Leiter der Rupert-Neudeck-Gesamtschule, waren mehr als überrascht von den Zahlen, die die Verwaltung im aktuellen Schulentwicklungsplan vorgelegt hat. „Ich finde es befremdlich, dass die Verwaltung der Leitung der Gesamtschule nicht zutraut, Schüler für sich zu gewinnen“, brachte es Wolfgang Folz im Schulausschuss auf den Punkt.

Im vorgelegten Zahlenwerk hatte der Schulbeauftragte Harald Schramm der Gesamtschule prognostiziert, dass sie in den kommenden Jahren mit jeweils 84 bis maximal 96 Fünftklässlern ins neue Schuljahr starten werde. Die Zahlen errechnen sich aus der Geburtenrate sowie dem bisherigen Schulwahlverhalten und sind rein prognostisch. Sie führen aber dazu, dass die Verwaltung davon ausgeht, bis 2025/26 einen so großen Überschuss an Klassenräumen zu haben, dass das Tönisvorster Schulzentrum alleine für die beiden weiterführenden Schulen ausreicht und auf das Gebäude Kirchenfeld verzichtet werden kann.

Das sehen die Schulleiter allerdings ganz anders. „Es fängt schon damit an, dass die Gesamtschule mindestens 100 Kinder pro Stufen haben muss, sonst hat sie keine Existenzberechtigung“, sagte Folz, der sich zum Thema im Vorfeld mit Andreas Kaiser abgesprochen hatte. Hinzu käme, dass die 60 Flüchtlingskinder, die in eigenen Räumen innerhalb des Schulzentrums unterrichtet werden, nicht im Zahlenwerk auftauchen. Auch die 45 Inklusionskinder, die Gymnasium und Gesamtschule besuchen und für deren besondere Förderung eigene Räume gebraucht werden, seien nicht berücksichtigt.

„Und die Frage, wo die Oberstufe der Gesamtschule untergebracht wird, muss mittelfristig auch mal geklärt werden“, sagte Kaiser, dessen Schule aktuell bis Jahrgangsstufe 8 geht und noch bis zur Jahrgangsstufe 13 wächst. Außerdem sei es nicht korrekt, merkten die Schulleiter an, im Gebäude Kirchenfeld von 17 Klassenräumen zu sprechen. „Es sind de facto zwölf Klassenräume, die anderen Räume sind viel zu klein und keiner Klasse zumutbar“, stellte Folz klar.

Und es ging noch weiter: Auch die Fachräume seien nicht ausreichend. So fehle dem Gymnasium ein Musik- und ein naturwissenschaftlicher Raum und die Gesamtschule brauche einen Hauswirtschaftsraum im Schulzentrum. Unterm Strich fehlten in Schulzentrum und Kirchenfeld zehn Mehrzweck- und zehn Klassenräume, sagten die Schulleiter. Und dabei seien die mögliche Rückkehr des Gymnasiums zum Abitur nach neun Jahren, was einen ganzen Jahrgang mehr bedeuten würde, sowie ein Anstieg der Schülerzahlen durch die vielen Neubauten in der Stadt noch nicht berücksichtigt. Die Minen von Bürgermeister Thomas Goßen und seinem Mitarbeiter Harald Schramm wirkten nach den Ausführungen von Folz und Kaiser wie versteinert. „Stehen die Osterferien an oder die Weihnachtsferien?“, fragte Goßen sarkastisch und lehnte jeden Wunschzettel ab, bevor er klar stellte, dass mit den Zahlen des Schulentwicklungsplans nicht die Absicht verbunden sei, einen Abgesang auf die Gesamtschule zu halten. Fachräume, sagte der Bürgermeister außerdem, seien ausreichend vorhanden. „was die Klassenräume betrifft, haben wir die Schulen aufgefordert, ihren Raumbedarf zu ermitteln und darzustellen, das Gymnasium ist dem bisher nicht nachgekommen“, monierte Goßen.

Die Gesamtschule hingegen habe ihren Bedarf dargestellt, aber: „Diese Zahlen sollten bitte mal überprüft werden“, forderte Christa Voßdahls (SPD), „der Rat hat die Entscheidung für die Gesamtschule auch aufgrund der Raumbedarfe getroffen, die vorgelegen haben und als ausreichend bewertet werden sind.“ Schließlich beschloss der Schulausschuss, gemeinsam mit den weiterführenden Schulen ein Raumkonzept zu erarbeiten und die vorliegenden Zahlen zu überprüfen.

Quelle: RP

Gesamtschule setzt neue Kräfte frei

März 2017

Hat als Schüler an seinen Lehrern klare Strukturen und menschliche Offenheit geschätzt: Andreas Kaiser kam vor einem halben Jahr als neuer Leiter an die Sekundarschule in Tönisvorst. Er ist erleichtert, dass sie ab Sommer in die Rupert-Neudeck-Gesamtschule umgewandelt wird.

Hat als Schüler an seinen Lehrern klare Strukturen und menschliche Offenheit geschätzt: Andreas Kaiser kam vor einem halben Jahr als neuer Leiter an die Sekundarschule in Tönisvorst. Er ist erleichtert, dass sie ab Sommer in die Rupert-Neudeck-Gesamtschule umgewandelt wird.

Dann kann es ja an den Start gehen: 100 Sechstklässler der Sekundarschule/Gesamtschule Tönisvorst sind beim Apfelblütenlauf angemeldet. Die NEW hat Jules, Nick, Celine, Melissa, Franca (v.l.) und den anderen Trikots mit dem neuen Logo Rupert-Neudeck-Gesamtschule gesponsert. In der letzten Unterrichtswoche vor den Sommerferien werden drei Projekttage zum Namensgeber angesetzt. Das neue Briefpapier für die Schule ist bereits gedruckt.

Dann kann es ja an den Start gehen: 100 Sechstklässler der Sekundarschule/Gesamtschule Tönisvorst sind beim Apfelblütenlauf angemeldet. Die NEW hat Jules, Nick, Celine, Melissa, Franca (v.l.) und den anderen Trikots mit dem neuen Logo Rupert-Neudeck-Gesamtschule gesponsert. In der letzten Unterrichtswoche vor den Sommerferien werden drei Projekttage zum Namensgeber angesetzt. Das neue Briefpapier für die Schule ist bereits gedruckt.

Hat als Schüler an seinen Lehrern klare Strukturen und menschliche Offenheit geschätzt: Andreas Kaiser kam vor einem halben Jahr als neuer Leiter an die Sekundarschule in Tönisvorst. Er ist erleichtert, dass sie ab Sommer in die Rupert-Neudeck-Gesamtschule umgewandelt wird.

„Ich fühle mich hier wohl und akzeptiert. Ich hatte den Vorteil, dass ich völlig neu in der Stadt war und unvoreingenommen an alles herangehen konnte. Aber ich muss auch über diese Zeit sagen: Dieser arbeitsintensive Einsatz hier war ziemlich extrem.“

Seit einem halben Jahr steuert Andreas Kaiser die Sekundarschule in Tönisvorst. Ab August wird er sie als Rupert-Neudeck-Gesamtschule leiten. Über Eingewöhnung, Stimmungslagen und Aussichten sprach er mit der WZ.

„Das zurückliegende halbe Jahr war das härteste meiner Schullaufbahn. Die Nerven- belastung war extrem.“
Die öffentliche Diskussion um die Schulform, um Pro und Contra und die organisatorische und personelle Strukturierung des Schulalltags haben Kaiser und seine Kollegen Kraft gekostet. „Wenn ich die Sekundarschule in ihrem ersten Jahr übernommen hätte, hätte ich mit dem Fundament begonnen und darauf aufgebaut.“ Bei seinem Einstieg aber habe der Rohbau schon gestanden, es sei aber in etwa so gewesen, als sei der Architekt abgesprungen oder „die Elektrik war fertig, funktionierte aber nicht“. So vergleicht der gebürtige Siegener, 52, die Situation bei seinem Antritt.

Die Entscheidung, dass die Schule nun als Gesamtschule weitergeführt werde, hätten er und seine Kollegen mit „erleichtertem Aufatmen“ aufgenommen. „Der neue Name und die Schulform, sie setzen wieder Kräfte frei“, sagt Kaiser. „Aber als die Nachricht kam, haben wir keinen Sekt aufgemacht. Dazu waren wir viel zu erschöpft.“

Auf die Stelle als Schuleiter hatte sich Kaiser 2016 nach einem Sabbatjahr beworben. Zuvor war der Studienrat mit der Fächerkombination evangelische Religion und Geschichte an der Gesamtschule in Kamp-Lintfort tätig gewesen und hatte unter anderem als Beratungslehrer für die Oberstufe zum erweiterten Schulleitungskreis gezählt.

Hut bei der Bezirksregierung in den Ring geworfen
„Ich suchte eine neue berufliche Herausforderung. Oberstufenleitung, das wäre etwas für mich gewesen.“ Zufällig habe er gleichzeitig in Tönisvorst ein Gehöft gefunden und mit seiner Familie bezogen. „Mir war stets wichtig, meine Schule mit dem Fahrrad erreichen zu können. Ich habe immer einen etwa zehn Kilometer großen Kreis um den jeweiligen Schulstandort gezogen.“

In dieser Zeit habe er seinen Hut „bei der Bezirksregierung in den Ring geworfen“. Über die ausgeschriebene Stelle in St. Tönis habe er, sagt Kaiser, „14 Tage intensiv nachgedacht“. Die Leitung der Sekundarschule Tönisvorst mit Option auf Gesamtschule – sollte er sie annehmen, auch wenn der politische Prozess, der ja noch im Gange war, das Risiko barg, dass es nicht zur Umwandlung kommen würde? „Die Aussicht auf Gesamtschule mit Oberstufe hat mich sehr gereizt. Ich musste für mich aber erst klar haben, dass ich auch dann Schulleiter in Tönisvorst bleiben würde, wenn es eine Sekundarschule bleibt.“

Die Ausschreibung mit Oberstufenerfahrung sei seitens der Bezirksregierung ein Signal für den Gesamtschulweg gewesen.

Sicher, sagt Kaiser, wäre er enttäuscht gewesen, wenn es die Gesamtschule nicht geworden wäre. „Aber nach zwei Wochen hätte ich die Ärmel hochgekrempelt. Schon aus einem Verantwortungsbewusstsein den Schülern, Eltern und Kollegen gegenüber.“

Personelle Situation ist gut, Krankenstand verbessert
Die Stimmung im Kollegium sei gut, sagt Kaiser, es gebe viel positive Rückmeldung. „Die letzten drei, vier Jahre waren sehr belastend. Es war aber auch eine schwierige Gemengelage.“ Die Gesamtschule bringe die Schule nun in eine bessere Position. Die personelle Besetzung bezeichnet Kaiser zurzeit als gut. Er hofft, dass sich auch die Situation des Krankenstandes weiter verbessert.

Als Kernaufgabe eines Schulleiters sieht Kaiser es an, den Rahmen für Lehrer zur Verfügung zu stellen, damit das Unterrichten funktioniert. Ein Klassenlehrer müsse seine Klasse möglichst viel unterrichten. „Lernen funktioniert durch persönlichen Bezug.“ Den Stundenplan zum Halbjahr hinbekommen zu haben, war offenbar ein Kraftakt. Jetzt, sagt der Chef, „plane ich das nächste Jahr“.

Zum Sommer erwartet er einen Abteilungsleiter für die Jahrgangsstufen 8 und 9 im Kirchenfeld. Und „bei Stellen für Neueinstellungen rechne ich jetzt als Gesamtschule mit mehr Bewerbern“.

Zum Start der Rupert-Neudeck-Gesamtschule im Sommer soll es ein Fest geben, „eines, mit dem wir uns selbst belohnen. Der Einsatz der Kollegen und der Eltern war enorm.“

Kaisers Vorfreude auf die Oberstufe ist groß. Das sei das nächste Ziel – neben dem Anspruch, jedes Jahr gute Anmeldezahlen zu erreichen.

Mit dem Standing, das er persönlich in sechs Monaten erreicht hat, ist Kaiser zufrieden: „Ich fühle mich akzeptiert. Ich bin hier Schulleiter. Und da ist kein Zweifel dran.“

Quelle: WZ/ Kerstin Reemen

Gesamtschule Tönisvorst: Zustimmung aus Krefeld

März 2017

Der Schulträger der Stadt Krefeld wird dem Ausschuss für Schule und Weiterbildung in seiner nächsten Sitzung am 7. März empfehlen, gegenüber der Stadt Tönisvorst zu erklären, dass die Stadt Krefeld gegen die Aufnahme von 17 in Krefeld wohnenden Schülern an der Gesamtschule Tönisvorst keine Einwände erhebt. Diese Nachricht hat Benedikt Winzen, SPD-Fraktionsvorsitzender in Krefeld, auf Nachfrage von der Krefelder Schulverwaltung mitgeteilt bekommen.

„Wenn die CDU-Fraktion im Rat der Stadt Krefeld in Person von Ratsfrau Oellers mitteilt, es sei Aufgabe der Politik, die Umwandlung der bisherigen Sekundarschule Tönisvorst in eine Gesamtschule nur dann zu unterstützen, wenn dies keine negativen Auswirkungen auf die Krefelder Schulen hat, dann macht sie sich einen schlanken Fuß“, kommentiert Benedikt Winzen, auch Landtagskandidat für den Krefelder Süden und die Stadt Tönisvorst.

Damit die Gesamtschule in Tönisvorst zum Schuljahr 2017/2018 starten kann, müsse der Ausschuss für Schule und Weiterbildung einer Beschulungsvereinbarung zustimmen. Diese sei nötig, da nach dem Ergebnis des Anmeldeverfahrens die gesetzliche Mindestgröße von 100 Schülern aus dem Gebiet des Schulträgers Tönisvorst nicht erreicht wurde. Bedenken gegen eine solche Vereinbarung habe der Leiter der Krefelder Kurt-Tucholsky-Gesamtschule angemeldet, da er den Fortbestand seiner Schule aufgrund einer sich verfestigenden Entwicklung des Abwanderns Krefelder Schüler nach Tönisvorst als gefährdet ansieht. Die SPD-Fraktion im Rat der Stadt Krefeld wird der Umwandlung der Sekundarschule in eine Gesamtschule zustimmen.

Gesamtschule kommt auf 103 Anmeldungen

Februar 2017

Die Tönisvorster Schule, die im nächsten Schuljahr 2017/18 als Rupert-Neudeck-Gesamtschule weitermachen will, hat die von der Bezirksregierung eingeforderte Zahl von 100 Anmeldungen erreicht.

Die Tönisvorster Schule, die im nächsten Schuljahr 2017/18 als Rupert-Neudeck-Gesamtschule weitermachen will, hat die von der Bezirksregierung eingeforderte Zahl von 100 Anmeldungen erreicht.
Die Tönisvorster Schule, die im nächsten Schuljahr 2017/18 als Rupert-Neudeck-Gesamtschule weitermachen will, hat die von der Bezirksregierung eingeforderte Zahl von 100 Anmeldungen erreicht.

Andreas Kaiser, Leiter der Sekundarschule Tönisvorst, hat die Anmeldewoche Freitagnachmittag mit dem erhofften dreistelligen Ergebnis abgeschlossen. Gegen 13.30 Uhr hatte Kaiser die einhundertste Meldung für die neue Gesamtschule entgegengenommen, am frühen Abend gab er gegenüber der WZ das „vorläufige amtliche Endergebnis“ durch: 103.

Damit hat die Tönisvorster Schule, die im nächsten Schuljahr 2017/18 als Rupert-Neudeck-Gesamtschule weitermachen will, die von der Bezirksregierung eingeforderte Zahl von 100 Anmeldungen erreicht. Allerdings wird sich die Düsseldorfer Behörde vor der Genehmigung der Umwandlung von der Sekundar- in die Gesamtschule noch die Zahl der auswärtigen Schüler ansehen.

Tönisvorster Gesamtschule kann starten

Februar 2017

 
Schon einen Tag vor Ende der Anmeldewoche hat die Rupert-Neudeck-Gesamtschule fast 100 Anmeldungen, die erforderlich sind, um die Sekundar- in eine Gesamtschule umzuwandeln. Auch Michael-Ende-Gymnasium ist zufrieden. Von Stephanie Wickerath

Andreas Kaiser, der neue Schulleiter der Tönisvorster Sekundarschule, war vom ersten Tag an optimistisch: “Es sieht sehr gut aus”, lautete das Resümee am Montag, als die Anmeldewoche für die weiterführenden Schulen in Tönisvorst startete. Und wie es aussieht, kann die Gesamtschule zum nächsten Schuljahr an den Start gehen. “Den genauen Überblick habe ich nicht, aber es dürften heute noch an die 100 Anmeldungen werden”, sagt Kaiser am Nachmittag. Damit kann aus der Sekundarschule Tönisvorst ab dem nächsten Schuljahr die Rupert-Neudeck-Gesamtschule Tönisvorst werden.

Schon im April 2016 hatte die Sekundarschule den Antrag auf Umwandlung in eine Gesamtschule gestellt. Die geringen Anmeldezahlen – lediglich 62 Eltern hatten ihre Kinder noch an der seinerzeit erst drei Jahre alten Schule angemeldet – gaben den Ausschlag für den Antrag. Nach zähem Hin und Her beschloss der Stadtrat im November, gegen die Empfehlung aus dem Schulausschuss, dem Antrag stattzugeben. Bedingung: Mindestens 100 Viertklässler müssen für das Schuljahr 2017/18 an der Gesamtschule angemeldet werden, weil diese sonst keine Oberstufe bilden kann.

Nun scheint es geschafft, denn es ist damit zu rechnen, dass am heutigen letzten Tag der Anmeldewoche und in den kommenden Wochen, wenn die auswärtigen Schulen Ablehnungsbescheide verschicken, noch einige Kinder hinzukommen. Andreas Kaiser, der bis zu seiner Ernennung zum Schulleiter im Oktober Gesamtschullehrer in Kamp-Lintfort war, ist zufrieden mit der Entwicklung. “Ob wir es aber auch geschafft haben, die Auspendler zu halten, muss sich zeigen, wenn die endgültigen Zahlen vorliegen.”

Das gilt auch für das Michael-Ende-Gymnasium, dem gestern Nachmittag bereits ebenfalls 98 Anmeldungen vorlagen. “Fast alle Schüler kommen aus Tönisvorst, zwölf Anmeldungen haben wir aus Forstwald”, sagt Schulleiter Paul Birnbrich, der mit den aktuellen Zahlen zufrieden ist. “Wir werden voraussichtlich vier Klassen bilden und können so die drei Bildungsgänge, Bilingual, Mint und Klassisch, die unsere Schule anbietet, aufrechterhalten.”

Und damit sieht es fast so aus, als habe die Diskussion um die Zukunft der Tönisvorster Schullandschaft den Schulen und damit auch der Stadt mehr genutzt, als geschadet, denn in der Vergangenheit lag die Auspendlerquote bei durchschnittlich 25 Prozent, das heißt, ein Viertel aller Tönisvorster Schüler besuchten eine weiterführende Schule außerhalb. Der aktuelle Jahrgang, der im Sommer auf eine weiterführende Schule wechselt, hat 238 Kinder, wenn davon 200 in Tönisvorst bleiben, wäre die Auspendlerquote auf 15 Prozent gesunken. Pro Forma fehlen für die Umwandlung der Sekundarschule jetzt noch das Okay des Stadtrats und der Bezirksregierung. Die Kinder, die bisher die Sekundarschule besuchten, sind ab dem neuen Schuljahr automatisch Gesamtschüler und können, wenn sie die Qualifikation erlangen, an ihrer Schule auch das Abitur ablegen, denn eine Gesamtschule hat eine eigene Oberstufe. Auf die Verwaltung kommt damit eine weitere Herausforderung zu: Sie muss ein Raumkonzept erarbeiten, das zwei Oberstufen Klassen- und Fachräume bietet. Zur Verfügung stehen das Schulzentrum Corneliusfeld, in dem das Gymnasium und jetzt noch die Sekundarschule bis zur Klasse sieben unterrichtet werden, und das 450 Meter entfernte Gebäude Kirchenfeld, in dem die letzten beiden Jahrgänge der auslaufenden Realschule und der Jahrgang acht der Sekundarschule untergebracht sind.

Quelle: RP

Guter Start bei den Anmeldungen

Februar 2017

Schulleiter Andreas Kaiser ist nach dem ersten Tag optimistisch, dass es zur Bildung einer Gesamtschule genügend Schüler geben wird.Sehr zufrieden mit den bisherigen Anmeldezahlen der möglichen neuen Gesamtschule ist Schulleiter Andreas Kaiser (Mitte) – hier mit interessierten Eltern und Schülern.

Sehr zufrieden mit den bisherigen Anmeldezahlen der möglichen neuen Gesamtschule ist Schulleiter Andreas Kaiser (Mitte) – hier mit interessierten Eltern und Schülern.

Einen Ansturm hat es zwar noch nicht gegeben. Doch der erste Tag beim vorgezogenen Anmeldeverfahren an Michael-Ende-Gymnasium (MEG) und an der womöglich neuen Gesamtschule verlief vielversprechend. Vor allem zu Beginn gegen acht Uhr knubbelte es sich an beiden nebeneinander liegenden Büros etwas.

„Die Anmeldungen heute hatten eine höhere Frequenz als in den vergangenen Jahren am ersten Tag“, sagte am Nachmittag MEG-Leiter Paul Birnbrich. Was das bedeute, könne er noch nicht sagen: „Für Hochrechnungen ist es zu früh.“ Erst morgen im Rahmen der Schulausschuss-Sitzung soll es ein konkretes Zwischenergebnis geben. Bis dahin werden Zahlen nicht genannt. Wichtig sei es, die eine Schule nicht gegen die andere auszuspielen, so Birbrich.

Nebenan an der derzeitigen Sekundarschule, die vielleicht bald den Namen Rupert Neudeck-Gesamtschule bekommen wird, ist Leiter Andreas Kaiser mit dem ersten Tag sehr zufrieden. Konkrete Zahlen darf er ebenfalls nicht nennen. Aber der bisherige Andrang „verstärkt meinen Optimismus, dass wir genügend Anmeldungen haben werden“.

Beide Schulleiter hoffen, dass die Eltern ihre Kinder an den weiterführenden Schulen in Tönisvorst und nicht auswärts anmelden. Vor dem Schuljahresbeginn 2016/17 wurden immerhin 567 Kinder der Klassen fünf bis 12/13 an Schulen außerhalb der Apfelstadt angemeldet, davon 187 an Gesamtschulen, 291 an Gymnasien, 51 an Realschulen und 48 an Hauptschulen.

Die Gesamtschule braucht mindestens 100 Anmeldungen

Beim letzten schwächeren Jahrgang gab es 2016 am Michael-Ende-Gymnasium 116 Anmeldungen, an der Sekundarschule nur 62, im Jahr davor waren es 99 gewesen. Die Gesamtschule braucht mindestens 100 Schüler, um an den Start gehen zu können.

Was passiert, wenn keine 100 Anmeldungen für die Gesamtschule zusammen kommen? Dann kann die vorliegende Genehmigung der Bezirksregierung widerrufen werden. Heißt, dass es dann zu nachträglichen Anmeldeterminen für das Gymnasium und für die Sekundarschule kommt. Denn dann müssten sich die Eltern neu entscheiden, die ihr Kind bisher für die Gesamtschule angemeldet hatten.

Das Gymnasium kann in diesem Ausnahmefall Schüler und Schülerinnen bis zu einer Fünfzügigkeit annehmen. Derzeit ist das MEG auf vier Züge begrenzt. Heißt: Es können vier neue Klassen mit einer maximalen Größe von 29 – im Ausnahmefall 30 – Kinder gebildet werden. Diese Klassengröße gilt auch für die eventuell neue Gesamtschule.
Quelle/Foto: WZ

Gesamtschule: Bezirksregierung stimmt zu

Januar 2017

Die Bezirksregierung Düsseldorf hat die Umwandlung der Sekundarschule Tönisvorst in eine Gesamtschule genehmigt – und damit formal den Ratsbeschluss vom 13. Dezember in allen vier Punkten abgesegnet. Somit wird. Das Michael-Ende-Gymnasium (MEG) auf vier Züge begrenzt.

Voraussetzung für das Zustandekommen der Gesamtschule sind allerdings 100 Anmeldungen von Kindern aus dem Gebiet der Stadt Tönisvorst. Werden die 100 Anmeldungen nur mit auswärtigen Schülern erreicht, kann mit Nachbarschulträgern eine Beschulungsvereinbarung getroffen werden. Dann kann zum 1. August die Gesamtschule starten. Damit werden alle Schüler der Jahrgangsstufen 5 bis 8 der Sekundarschule Schüler der Jahrgangsstufen 6 bis 9 der Gesamtschule und hier im Bildungsgang „Sekundarschule“ weiter beschult. Zeitgleich kann das MEG vier Klassen der Jahrgangsstufe 5 bilden, wobei die maximale Klassengröße bei 29 (im Ausnahmefall 30) Schülern liegt. Diese maximale Klassengröße gilt auch für die Gesamtschule. Wenn keine 100 Anmeldungen für die Gesamtschule zusammenkommen, kann die Genehmigung widerrufen werden. Entsprechend ist dann ein nachträgliches Anmeldeverfahren durchzuführen.

Die Anmeldezeiten: Michael-Ende-Gymnasium und Sekundarschule von Montag, 6., bis Freitag, 10. Februar, von jeweils 8 bis 15.30 Uhr, Donnerstag zusätzlich von 17 bis 19 Uhr.

Menschlichkeit ohne Kompromisse

Januar 2017

Christel Neudeck (von links), Schulleiter Andreas Kaiser, Bürgermeister Thomas Goßen und einige Schüler präsentierten gestern das neue Schullogo

Nach ihrer Umwandlung soll die Tönisvorster Sekundarschule Rupert-Neudeck-Gesamtschule heißen. Zur offiziellen Präsentation des neuen Schullogos war auch die Witwe des Cap-Anamur-Gründers, Christel Neudeck, gekommen.

Bildung sollen sie bekommen, die Kinder der Rupert-Neudeck-Gesamtschule Tönisvorst, aber auch das: „Vergesst das Soziale nicht! Schaut auf die, die Hilfe brauchen, geht auf Andere zu, kümmert Euch um Kinder, die noch nicht so gut Deutsch sprechen, die schüchtern sind, die alleine stehen.“ Das gibt Christel Neudeck den Schülern der Sekundarschule Tönisvorst mit auf den Weg. Nach ihrer Umwandlung zur Gesamtschule ab dem kommenden Schuljahr soll die Schule den Namen des 2016 verstorbenen Rupert Neudeck tragen. Damit ist sie eine der Ersten in Deutschland. Die Politik muss dem allerdings noch zustimmen.

Rupert Neudeck und seine Frau haben 1979 den Verein „Cap Anamur/Deutsche Not-Ärzte“ gegründet. Mit einem Frachtschiff, das sie mit gespendetem Geld kauften und zum schwimmenden Hospital umbauen ließen, haben sie fast 10.000 Menschen aus dem Südchinesischen Meer gerettet, die aus Vietnam fliehen wollten und dem Meer, Plünderern und Piraten hilflos ausgeliefert waren. Zu vielen dieser „Boatpeople“ hat Christel Neudeck noch heute Kontakt, wie sie auf die Frage von Schülern erzählt.

Ob sie nie Angst um ihren Mann gehabt habe, der sich auch nach der Zeit auf dem Rettungsschiff weltweit engagierte, lautet eine andere Schülerfrage. „Rupert war sehr mutig, aber nicht leichtsinnig“, sagt Christel Neudeck. Tatsächlich sei er einmal in Afghanistan und einmal in Eritrea in Bedrängnis geraten, aber er habe wohl immer einen guten Schutzengel gehabt. „Und er war so dünn, da flogen alle Kugeln vorbei“, scherzt die 74-Jährige, die sich bis heute bei der zweiten Organisation, die die Neudecks gegründet haben, engeiert: den Grünhelmen. Das sind deutsche Handwerker, die sich verpflichten, drei Monate lang beim Aufbau von Häusern, Dörfern und zerstörten Wasserleitungen in Krisengebieten zu helfen.

Über die Idee der Tönisvorster Schule, sich nach ihrem Mann zu benennen, habe sie sich sehr gefreut, sagt Christel Neudeck, die die Stadt durch die jahrelange Zusammenarbeit mit dem Medikamentenhilfswerk Action Medeor kennt. „Rupert war ein Mensch, von dem man viel lernen kann, etwa, dass es Freude macht, anderen zu helfen.“ Wer im Kleinen damit anfange, könne später Großes schaffen, ist Christel Neudeck sicher. „Wir sind irgendwann zu alt, und dann seid ihr dran“, wendet sich die Seniorin an die Schüler, „weil ihr jetzt schon lernt, für andere da zu sein, könnt ihr das auch später. Und das macht mir Mut.“

Tatsächlich solle der Name nicht nur ein Aushängeschild sein, sagt Schulleiter Andreas Kaiser. „Rupert Neudeck steht für Ideen, die wir auch an unserer Schule verwirklichen wollen.“ Es sei eine Ehre und eine große Verantwortung, diesen Namen zu tragen. Auch Schulpflegschaftsvorsitzende Angela Krumpen sagt, Rupert Neudeck solle den Schülern ein Kompass sein. „Er steht für Menschlichkeit ohne Kompromisse“, zitiert Krumpen den Untertitel eines Buchs von Neudeck.

Auch Christel Neudeck gibt Anregungen für Projekte an der Schule. „In unserer Heimatstadt Troisdorf haben die Schulen über verschiedene Aktionen Geld gesammelt, mit dem sie einen Schulbau in Afghanistan finanziert haben“, erzählt die Witwe. Wie die Kinder und Jugendlichen das angestellt hätten, sei auf einer DVD festgehalten, die sie der Tönisvorster Schule mitgebracht hatte. Auch ein Foto ihres Mannes und ein Buch über die Geschichte von „Cap Anamur“ überreicht Neudeck den Schülern.

Quelle: RP

Anträge für acht neue Gesamtschulen in NRW gestellt

Januar 2017

Düsseldorf.   Rechnet man geplante neue Sekundarschulen hinzu, hat sich die Anzahl der Schulen des längeren gemeinsamen Lernens binnen fünf Jahren verdoppelt.

Die Zahl der Gesamt- und Sekundarschulen in NRW wächst weiter. Der Landesregierung liegen zum Schuljahr 2017/18 acht Anträge für neue Gesamtschulen und ein Antrag für eine neue Sekundarschule vor. Unter anderem sollen Gesamtschulen in Haan, Kleve und Tönisvorst gegründet werden.

Die Sekundarschule, die vor allem den ländlichen Raum versorgen soll, bekäme zwei Standorte: Medebach und Winterberg. „Seit dem Schuljahr 2010/11 hat sich die Zahl der Schulen des längeren gemeinsamen Lernens um 234 auf 457 bereits mehr als verdoppelt“, sagte NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne).

Studie sieht Sekundarschule vor dem Aus

Nicht alle sehen die Entwicklung bei den Sekundarschulen so positiv. Diese vor vier Jahren in NRW eingeführte Schulform steht einer Studie zufolge, die im vergangenen Jahr im Auftrag der Rosa-Luxemburg-Stiftung NRW veröffentlicht wurde, sogar vor dem Scheitern: „Die Sekundarschule dürfte in unmittelbarer Konkurrenz zur Gesamtschule nicht überlebensfähig sein.“ Aus der Sicht von Eltern sei sie die schlechtere Wahl, weil sie über keine eigene Oberstufe verfüge. Im vergangenen Jahr sei nach der Studie nur noch jeder zweite Gründungsversuch erfolgreich gewesen.